Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein. Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann. Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2018
Nach dem Bestseller "Die Geschichte der Bienen" erscheint nun also "Die Geschichte des Wassers" - und eine ganz Reihe "ökologischer Menetekel-Romane" sollen noch folgen, weiß Rezensent Wolfgang Schneider. Mit diesem zweiten Roman der Norwegerin Maja Lunde über eine Endsechzigerin, die mit tausend Jahre alten Eisblöcken über die Meere segelt, um diese davor zu bewahren, von Scheichs zur Kühlung ihrer Getränke missbraucht zu werden und zugleich über ihre gescheiterte Ehe sinniert, wird der Kritiker allerdings nicht glücklich: Der Mix aus Öko-Pathos und "Liebesgroll" funktioniert nicht, meint er. Auch der zweite Handlungsstrang, der von Klimawandel-Flüchtlingen erzählt, die im Jahr 2041 vor Hitze und Trockenheit gen Norden fliehen, erscheint Schneider eher dürftig: So "abgestanden" und moralinsauer wie ein Fernseh-Skript à la Harald Welzer, lästert der Kritiker, den der Roman auch sprachlich nicht überzeugen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.05.2018
Rezensentin Ursel Allenstein ist nicht besonders beeindruckt von Maja Lundes neuem Roman. Offenbar versuche die norwegische Bestseller-Autorin in "Die Geschichte des Wassers" an den Erfolg ihres letzten "Umweltromans" anzuknüpfen, glaubt die Kritikerin. Wieder verknüpft sie verschiedene Zeitebenen und verschiedene Einzelschicksale miteinander und versucht daraus ein Bild von Umweltzerstörung und "Ökokatastrophen" zu weben, in dem der erhobene Zeigefinger nur ganz leicht im Hintergrund hindurchschimmert, doch leider gelingt ihr das in ihrem neuen Buch nicht. Ihre Protagonisten klingen teilweise wie "Flugblätter" und die Kalkulation hinter der Geschichte ist einfach nicht zu überlesen. Schade, findet die enttäuschte Rezensentin.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…