Mit Illustrationen von Levan Eristavi in Zusammenarbeit mit einer Gruppe ukrainischer Künstlerinnen und Künstler. Alles begann mit einem Twitter-Thread von Maksym Eristavi. In ihm hat der Journalist die Geschichte russischer Gewalt und kolonialer Strukturen dargelegt und in die breite Öffentlichkeit getragen. Aus dem Thread ist ein Buch entstanden. Anhand persönlicher Erfahrungen und der künstlerischen Aufarbeitung historischer Fakten macht es sichtbar, was viele übersehen: dass Putins Krieg gegen die Ukraine kein Einzelfall ist, sondern Teil der jahrhundertealten Strategie einer Kolonialmacht.
Es wird nicht ganz klar, ob Rezensent Jens Malling mit dem ukrainischen Journalisten Maksym Eristravi persönlich spricht, oder ihn nur zitiert. Dessen illustriertes Handbuch lobt er jedenfalls in den höchsten Tönen. Entstanden aus einem Social-Media-Eintrag noch kurz vor dem russischen Angriff, in dem Eristravi die Invasionen Russlands in den letzten 111 Jahren auflistete, erzählt der Autor in kurzen Kapiteln, aber auf Grundlage akribischer Recherche von den 47 russischen Invasionen, die dem Angriff auf die Ukraine 2022 vorausgingen. Kein leichtes Unterfangen, denn russischer Kolonialismus ist in Russland kein Thema - und Übergriffe mit dem Ziel ethnischer Säuberung auf wenig bekannte Völker wie die Sacha, Chanten, Nenzen oder Dolganen werden selbst von Historikerns selten erwähnt, weiß Malling. Und so blickt der Kritiker hier nicht nur zurück in eine lange Kolonialkultur, sondern beginnt Putin auch eher als "Produkt des Systems" zu verstehen. Denn über Jahrhunderte und Ideologien hinweg sei Russlands kolonialer Ansatz stets derselbe geblieben, liest Malling. Aufschlussreiches Buch, findet er.
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