Wer kennt sie nicht, die charmant-witzigen Kindergeschichten und O-Bibbele-Reime von Heinrich Hannover, die man sich so wunderbar vorlesen lassen kann. Zum Beispiel die Geschichte von der Opernsängerin Alida Butterfeld und ihrem singenden Hotelpersonal oder vom Pferd Huppdiwupp, das sich plötzlich in Omas Küche wieder findet, oder von dem Herrn namens Schreivogel, der so laut schreit, dass er sogar als Kirchturmglocke einen Job findet. Zu diesen und vielen anderen Lachgeschichten hat Manfred Bofinger, "Meister der spitzen Feder", mit seinen Zeichnungen genau den richtigen Ton getroffen. Entstanden ist eine Sammlung der schönsten Kindergeschichten Heinrich Hannovers, der am 31. Oktober seinen 75. Geburtstag feiert. Große und kleine Leser können hier ihre Lieblingsgeschichte wieder finden und sogar zwei neue Erzählungen entdecken.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2000
In einer Doppelrezension bespricht Gerda Wurzenberger zwei Erzählbände für Kinder.
1.) Schubiger / Berner (Ill.): "Wo ist das Meer?" (Beltz & Gelberg)
Im Vergleich zu früheren Geschichten Schubigers diagnostiziert die Rezensentin hier eine "stärkere, märchenhafte Psychologisierung". Ansonsten scheint es jedoch nicht ganz leicht zusammenzufassen, wovon das Buch handelt. Klar wird, dass es um Fragen, um Staunen und um Antworten geht. Etwa um die Frage, was vor der Welt da war oder wieso das Jahr nicht dreizehn Monate hat. Wurzenberger betont das Suchende in diesem Buch, was durch die Illustrationen von Rotraut Susanne Berner noch unterstrichen werde. Ihre Schwarzweiß-Zeichnungen mit ein wenig Blau geben nach Ansicht der Rezensentin nicht nur die "richtige melancholische Denkfärbung" wieder, sondern liefern auch Antworten auf einige der im Buch gestellten Fragen - und werfen doch auch wieder neue Fragen auf.
2.) Hannover / Bofinger (Ill.): "Die untreue Maulwürfin" (Aufbau)
Wurzenberger weist zwar darauf hin, dass dieses Geschichten nicht ganz neu sind, dennoch gefallen sie ihr. "Nüchterner Humorismus" ist für sie der Grundcharakter des Buchs, bei dem sie sich sogar - gerade was die Moral betrifft - an Erich Kästners Geschichten erinnert fühlt. Wurzenberger schwärmt von dem "kühn Erfundenen, dem keck Verdrehten" in diesem Buch, dass aber trotz aller Phantasie immer einen direkten Bezug zum wirklichen Kinderalltag behalte. Auch die "bunten, humoristischen" Illustrationen von Manfred Bofinger scheinen ihr gut zu gefallen.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…