Manifest der Künstlerischen Forschung

Eine Verteidigung gegen ihre Verfechter
Cover: Manifest der Künstlerischen Forschung
Diaphanes Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783035802900
Kartoniert, 128 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Von Silvia Henke, Dieter Mersch, Nicolaj van der Meulen, Thomas Strässle, Jörg Wiesel. Seit ihren Anfängen in den 1990er Jahren hat sich "künstlerische Forschung" als ein neues bildungs- und institutionenpolitisches wie auch ästhetisch-kunsttheoretisches Format etabliert. Inzwischen ist sie auf fast alle künstlerischen Felder diffundiert: von der Installationskunst über experimentelle Formate bis zur zeitgenössischen Musik, der Literatur oder Tanz- und Performancekunst. Doch steht sie seit ihrem Beginn - etikettiert unter Labels wie "Kunst und Wissenschaft" oder "Scienceart" und "Artscience", die beide in einem Atemzug miteinander verbindet - im Wettstreit mit der akademischen Forschung, ohne dass ihr eigener Forschungsbegriff angemessen geklärt wäre. Das Manifest unternimmt den Versuch, Klärung zu schaffen und den Begriff, die Potenziale und Radikalität einer forschenden Kunst gegen diejenigen zu verteidigen, die allzu vorsichtig mit universitären Formaten liebäugeln und sie an wissenschaftliche Prinzipien anschließen wollen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2020

Der hier rezensierende Kunsthistoriker Peter Geimer hat dieses von fünf an Kunsthochschulen lehrenden AutorInnen verfasste Manifest weitgehend mit Gewinn gelesen. Der Kritik der Verfasser an der Unübersichtlichkeit der künstlerischen Forschung schließt sich der Rezensent gern an: Selten wurde so klar angesprochen, dass die "strikte Akademisierung der Design- und Kunststudiengänge" allein der Bologna-Reform zu verdanken sei, während inhaltliche Kriterien oft zweitrangig sind, schreibt er. Dass sich die Künste den "Apparat akademischer Evaluierung von Forschungswissen" aneignen sollten, bezweifelt Geimer ebenfalls, insofern stimmt er den Autoren zu, wenn sie statt einer "künstlerischen" eine "ästhetische" Forschung fordern. Besonders konkret werden die Verfasser in Folge aber leider nicht, bemängelt Geimer, der ihnen hier eine zwar "sympathische", aber nicht weiterführende "utopische Grundsätzlichkeit" attestiert.
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