Marc Dugain

Die Offizierskammer

Roman
Cover: Die Offizierskammer
zu Klampen Verlag, Lüneburg 2000
ISBN 9783933156501
gebunden, 138 Seiten, 14,32 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Marianne Schönbach. In den frühen Tagen des Ersten Weltkriegs, noch bevor die Front wirklich eröffnet ist, wird der junge Offizier Adrien Fournier bei einem Aufklärungsritt von der Explosion einer Granate erfasst, sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Es folgen fünf Jahre im Pariser Hospital Val-de-Grâce, in einem Zimmer mit zwei anderen, deren Gesichter ebenfalls verstümmelt sind. Marc Dugain schildert das bedrückende Vegetieren in der engen Offizierskammer des Hospitals, die entstehende Freundschaft unter den Leidensgenossen, ihre Hoffnung auf neue chirurgische Techniken und ihre Verzweiflung über das unwiederbringlich verlorene Antlitz, die angewiderten und dennoch ehrfürchtigen Reaktionen der Landsleute, als die Verstümmelten sich ein erstes Mal wieder auf die Pariser Boulevards wagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.08.2000

Bruno Preisendörfer findet mächtige Worte für dieses Buch. Ein kleiner Roman sei er mit nur 138 Seiten, aber ein großes Werk, so der Rezensent beeindruckt. Durch die klare, zurückhaltende Sprache, die ihre literarische Wirkung mit großer Zurückhaltung der Mittel erreiche, entstehe die "Wucht" dieses Textes, lobt Preisendörfer. Dabei sei die Geschichte von drei Männern, die entstellt aus dem zweiten Weltkrieg zurückkehrten, das "eigentliche Rückgrat" des Romans. Auch wenn der Rezensent einige wenige "Floskeln" bemängelt, kann das seiner Begeisterung keinen Abbruch tun.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2000

Meike Fessmann spricht mit großer Hochachtung von diesem Roman, in dem der Protagonist, der im Ersten Weltkrieg durch eine Granate sein Gesicht verloren hat, sich in einem Militärhospital mit drei Leidensgenossen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen findet. Spürbar beeindruckt erzählt die Rezensentin davon, wie die einzige Frau, die taube Maguerite, nur von den Lippen eines einzigen ablesen kann - weil alle anderen gar keinen Mund mehr haben. Wichtiger noch als Szenen wie diese erscheint ihr die Herangehensweise des Autors: "Ohne erkennbare Anstrengung, zurückhaltend, in einem nüchternen Stil, der niemals kalt wirkt" sei es Dugain gelungen, dass Innenleben des Betroffenen zu zeigen und gleichzeitig auch die Epoche einzufangen. Fessmann bewundert die "altmodisch erscheinende Geisteshaltung" der Versehrten, nicht mit ihrem Schicksal zu hadern, in Verbitterung zu verfallen oder sich zu Märtyrern machen zu lassen. Auf nur wenigen Seiten hat Dugain "einen schweren Stoff leicht bewältigt", lautet das begeisterte Fazit der Rezensentin.

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