Aus dem Französischen von Lea Rachwitz. Fantomas wird 100! Und er ist quicklebendig, der Herr des Grauens, der Meister des Schreckens, der Mann mit der Maske, der schwebend über den Dächern von Paris immer neue Gaunereien plant. Pünktlich zum Jubiläum erscheint in der Edition Epoca der erste Band einer neuen Reihe mit den Abenteuern des unsterblichen Verbrecherkönigs und seines genialen Gegenspielers Juve: ein Leckerbissen der Kriminalliteratur, der mit Nervenkitzel und schwarzem Humor nicht geizt. Die erste Verfilmung von Fantomas stammt aus dem Jahr 1913, die bekannteste aus den sechziger Jahren mit Jean Marais und Louis de Funes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2011
"Selten war weniger Plausibilität zwischen zwei Buchdeckeln" konstatiert Steffen Richter nach der Lektüre des neu aufgelegten Fantomas-Romans "Ein Zug verschwindet" von Pierre Souvestre und Marcel Allain. Ganz klar pulp fiction, billige Groschenromane sind für Richter die Fantomas-Geschichten der beiden französischen Schnellschreiber, deren literarische Produktionsquote er rein quantitativ allerdings bewundert. Schlecht, aber exemplarisch ist nach Richter der "Herr des Schreckens" für die ästhetischen Experimente der fortschrittsbegeisterten Frühmoderne. Schnell, unheimlich und gewalttätig ist nicht nur die Welt von Fantomas, was für Richter auch seine trashige ewige Wiederkehr garantiert. Fasziniert ist Richter letztlich allein von der Überlebensfähigkeit dieses Gespensts der Massenkultur.
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