Vermessene Zeit - was ist und wird Vergangenheit?/ Platon und anderes / Ideal und Revolution.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Den Vortrag "Ideal und Revolution", den sie am 18. September 1998 im Ahnensaal des Rastatter Schlosses zum 150 Jahrestag der Badischen Revolution hielt, beschloss Margaretha Huber mit der Erinnerung daran, dass Friedrich Hölderlin in seinem Neujahrsbrief 1799 an seinen Bruder davon sprach, eine neue gerechte Welt zu erbauen durch eine Revolution "mit aller Schärfe und Zartheit." Das ist ihr, man merkt es bald, Ideal. Margaretha Huber ist eine Philosophin. Eine Liebhaberin der Weisheit also. Sie mag das Zarte, sie hülfe ihm in seiner Schwachheit gerne auf. Dazu bedarf es der Schärfe. Einmal, um klar sehen zu können, wie die Lage wirklich ist und dann um wegzuätzen, was dem Zarten im Wege ist... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2003
Leicht macht sie es einem nicht, die seit langem in Rom lebende Philosophin Margaretha Huber, meint der Rezensent Albert von Schirnding. Keinesfalls aber sollte man sich von dem Mut zum gar nicht Eingängigen einschüchtern lassen, fügt er hinzu, denn die Erkenntnisse, zu denen Huber in ihren Vorträgen gelangt, sind die Mühe der Lektüre wert. Sehr bewusst schreibt die Philosophin, so Schirnding, gegen eine Logik der Gegensätze an, die sie als männlich verurteilt, sehr bewusst ist sie bestrebt, eine eigene sprachliche Logik dagegenzusetzen, die als spezifisch weibliche zu bezeichnen der Rezensent nicht zögert. Ihr gehe es, betont er, um das "Offenlassen der Gegensätze" - und zwar, das mag nun überraschen, im Rückgriff auf die platonische "Idee". Der einzige Einwand Schirndings richtet sich gegen das Übermaß an Druckfehlern - auf den angekündigten zweiten Band aber freut er sich.
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