Maria Matios

Mitternachtsblüte

Roman
Cover: Mitternachtsblüte
Haymon Verlag, Innsbruck 2015
ISBN 9783709971635
Gebunden, 224 Seiten, 19,9 EUR

Klappentext

Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck. In einem abgeschiedenen bukowinischen Dorf lebt die junge Iwanka. Sie leidet an Epilepsie, die Bewohner betrachten sie als Sonderling. Doch fühlt sich das Mädchen in ihrer Fantasiewelt wohl, inmitten der Geschichten und volkstümlichen Weisheiten ihrer Großeltern. Von dort aus beobachtet sie das bunte Miteinander von Ukrainern, Juden und anderen Volksgruppen. Rasch lernt sie, was gut ist und was böse. Bis eines Tages die "roten Kommissare" einmarschieren, und bald darauf Deutsche und Rumänen - das gewohnte, friedliche Leben ist schlagartig vorbei. Menschen werden aus dem Dorf deportiert, die jüdischen Bewohner bangen um ihre Zukunft. Maria Matios zeichnet ein Panorama der wechselvollen Geschichte ihrer ukrainischen Heimat im 20. Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2015

Kurz, aber sehr bewegt bespricht Sabine Berking Maria Matios' neuen Roman "Mitternachtsblüte" , in dem sie mit der fragilen, an Epilepsie erkrankten Iwanka im Jahre 1939 zunächst das brutale Kommando der Sowjets in ihrem ukrainischen Dorf, schließlich das Massaker der Deutschen unter der jüdischen Bevölkerung erlebt. Großartig, wie die ukrainische Autorin das Geschehen aus der unschuldigen Perspektive des Mädchens erzählt und Elemente magischer Fantasie, "melodischer" Volkssprache und Spuren des Jiddischen einbringt. Ein wundervolles, mahnendes Buch, das zugleich an den grausam vernichteten kulturellen Reichtum der Bukowina erinnert, schließt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2015

Maria Matios' neuer Roman "Mitternachtsblüte" steht seinem Vorgänger "Darina, die Süße" in nichts nach, meint Rezensent Ulrich M. Schmid. Gleichsam ergriffen liest er hier die Geschichte der kleinen jüdischen Ukrainerin Iwanka, die sich zunächst in eine Welt von Geistern und Dämonen zurückzieht, schließlich aber die gesamte Grausamkeit der Realität während der sowjetischen und der deutschen Okkupation der Bukowina erlebt. Ein tief bewegendes Stück ukrainischer Gegenwartsliteratur, urteilt der Kritiker.

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