Marie Darrieussecq

Prinzessinnen

Roman
Cover: Prinzessinnen
Carl Hanser Verlag, München 2013
ISBN 9783446241206
Gebunden, 304 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Die blutjunge Solange will nicht länger warten. Während Madonna mit dem Hit "Like a virgin" das verschlafene Städtchen Clèves erreicht, setzt sie alles daran, ihre Unschuld zu verlieren. Ein cooles, freies und selbstbestimmtes Mädchen will sie sein. Von den Eltern über alles Wichtige im Dunkeln gelassen, will sie in Sachen Sex endlich mit ihren Freundinnen mithalten können. Und so lässt sie sich mit dem fast doppelt so alten Monsieur Bihotz ein, der jahrelang ein Ersatzvater für sie war - eine Affäre, die nur tragisch enden kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2013

Rezensentin Britta Behrendt ist sehr angetan von diesem Roman, der Marie-Madeleine de La Fayettes Roman "Die Prinzessin von Cleve" zur - auf den Kopf gestellten - Vorlage nimmt. Während sich die Prinzessin nach Liebesverwicklungen zur Entsagung entschließt, erkundet die jugen Solange in der französischen Provinz in den achtziger Jahren ihre Sexualität, erfahren wir. Sie quält den erwachsenen Nachbarn Monsieur Bihotz, der sich in sie verliebt, und wird ganz klein und duldsam beim gleichaltrigen Arnaud. Denn, so Behrendt, "uncool" will sie auf keinen Fall wirken. Behrendt lobt die Unverblümtheit und Brillanz, mit der Marie Darieussecq über erwachende Sexualität schreibt ebenso wie die "kluge" Übersetzung von Patricia Klobusiczky.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2013

Wer sich für umfangreiche Meditationen über männliche Genitalien oder blutige Damenbinden im Sportunterricht begeistern kann und einen "weiblichen Coming-of-Age-Roman" sucht, der dergleichen Dinge beim Namen nennt, ist bei Marie Darrieussecqs neuem Buch "Prinzessinnen" gut aufgehoben, berichtet Katharina Teutsch, die vom "Körpererkundungskitsch" der Autorin eher genervt ist. Darrieussecq erzählt die Geschichte der hochpubertären Solange, die in der französischen Provinz aufwächst, wo sie sich genüsslich als Lolita geriert und in einer betonten Körperlichkeit den Weg ins Erwachsenenleben sucht, umschreibt die Rezensentin. Da die Autorin auch ausgebildete Psychoanalytikerin ist, sollte man sich außerdem auf ein umfassendes Zeichensystem einstellen, das unter dem Text psychoanalytische Modelle durchspielt, warnt Teutsch.

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