Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Dieses erst vor zwei Jahren in Italien erschienene Buch erzählt eine große, einfache Geschichte: Eine Jugend, wie sie im Zweiten Weltkrieg hunderttausende junger Italiener erlebten: Einberufung, fort vom engen Zuhause, hinauf in die Berge, an der Seite junger Leute. Bergsteigen, Skilaufen, Marschieren im Schnee, während weit unten irgendwo ein Krieg tobt. Irgendwann aber geht es hinunter und hinein in diesen Krieg, nach Albanien, nach Griechenland, in willkürlich angezettelte Blutbäder, am Ende, als Mussolinis Geschenk an den Führer, an die russische Südfront. Mario Rigoni Stern ist einer der wenigen Italiener, die von dort zurückgekommen sind. Er wurde einer der wichtigsten literarischen Zeugen des Krieges in Italien. Sein Buch ist ein bewegender Bericht an die Nachgeborenen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005
Es ist bekannt, dass es seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg waren, die den Italiener Mario Rigoni Stern zum Schriftsteller machten, berichtet die Rezensentin Maike Albath. Im vorliegenden Buch, das auf einem 1997 gehaltenen Vortrag beruht, schildert Rigoni Stern nun die Stationen seiner Soldatenlaufbahn - Italien, Frankreich, Griechenland und Russland. Er tut dies laut Auskunft der Rezensentin chronologisch, in einer für ihn typischen "kargen und klaren Sprache", die jedoch nicht aufs Werten verzichtet und von einer "gewissen Fassungslosigkeit" über die eigene Unbedarftheit zeugt. Wie die Rezensentin einräumt, ist dieses Buch weder raffiniert komponiert, noch von "außergewöhnlicher literarischer Qualität". Doch einerseits sei man als Leser gerührt, die "unprätenzios" erzählten Ereignisse zu entdecken, die zum Auslöser von Rigoni Sterns literarischem Schaffen wurden, und andererseits beeindrucke das Buch durch seine Gelassenheit. Die große Leistung des Autors bestehe darin, dass er das "private Antlitz" der Weltgeschichte herausstellt und "kleine Epopöen des Privaten" schreibe, mit denen die große Geschichte erst verstehbar wird.
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