Fast vier Jahre lang war Franz Pfeffer von Salomon (1888-1968) einer der engsten Mitarbeiter Adolf Hitlers. Wer war dieser Mann, der schon 1919 als Freikorpsführer reichsweit von sich reden machte und 1926 nach nur einem Jahr der persönlichen Bekanntschaft mit Hitler zu dessen Obersten SA-Führer aufstieg?
Was führte den Führer des 'Westfälischen Freikorps von Pfeffer' ab 1923 zu Hitler und den Nationalsozialisten? Welchen Einfluss und welche Wirkung hatte er bis zu seinem Parteiausschluss im Jahre 1941 auf die Entwicklung von SA und NSDAP? Und was waren die Gründe dafür, dass er nach seinem Rücktritt als Oberster SA-Führer nicht zu einem politischen Faktor wurde? Welche Kontinuitäten und Einsichten bestimmten sein Denken und Handeln nach 1945?
Mark A. Fraschka bringt Licht in einen außergewöhnlichen Lebenslauf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2017
Wolfram Pyta weiß bereits, dass der Adlige Franz Pfeffer von Salomon derjenige war, der die SA erst zu einem gut funktionierenden Mordinstrument machte. Diese Erkenntnis aus Mark A. Fraschkas Studie genügt dem Rezensenten nicht. Vor allem, dass der Autor das "heuristische" Potential nicht ausschöpft und die schwierige Quellenlage nicht ausgleicht, bedauert Pyta, nicht zuletzt auch deshalb, da Fraschka bei einigen Leitfragen, wie er findet, durchaus überzeugende Antworten und der künftigen Forschung wertvolle Anhaltspunkte gibt, indem er die SA unter organisatorischen Aspekten beleuchtet. Pfeffers Rolle bei der Schaffung einer regimetreuen Reichskirche etwa vermag ihm der Autor nicht ausreichend zu erklären. Laut Pyta wäre das jedoch eine wichtige Aufgabe Fraschkas gewesen, um den politischen Lebensweg Pfeffers in seiner Besonderheit sichtbar zu machen. So bleibt das Buch für Pyta gedanklich zu eng.
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