Mark Rowlands

Der Läufer und der Wolf

Philosophische Betrachtungen von unterwegs
Cover: Der Läufer und der Wolf
Rogner und Bernhard Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783954030484
Gebunden, 240 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Hein. Mark Rowlands entspricht nicht dem üblichen Bild eines Philosophieprofessors. Er trägt weder Bart noch Brille oder eine Denkerstirn, er ist melancholisch, dem Alkohol und dem leichten Leben nicht abgeneigt, und, vor allem, er hat einen Wolf aufgezogen. Den Alltag mit einem wilden Tier hat er in dem Bestseller "Der Philosoph und der Wolf" beschrieben. In seinem neuen Buch geht es vor allem ums Laufen. Rowlands ist auch kein typischer Läufer, er ist nicht drahtig, sehnig, austrainiert, im Gegenteil, er kämpft mit leichtem Übergewicht und schlechter Kondition. Er schreibt darüber, warum ein mittelalter Akademiker einen Marathon läuft, obwohl er seinen Muskelfaserriss nicht auskuriert hat, warum das Laufen zum Menschsein gehört, warum Laufen Freiheit bedeutet, warum es den Menschen im Westen so schwer fällt, die Beschränkungen des Alterns anzunehmen, und weshalb das ganze Leben in der Metapher eines langen Laufes abgebildet werden könnte. Die Protagonisten dabei sind neben Platon, Sartre, Heidegger und Schopenhauer sein Wolf Brenin und die Hunde Tess und Hugo.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.08.2014

Die meisten Bücher, die sich dem Laufen widmen, scheinen von vorneherein davon auszugehen, dass es jemanden zu überreden, zu motivieren gilt, weil Laufen eine Mühsal sei, die man nur widerwillig als Mittel zum Zweck in Kauf nehme, so Urs Willmann. Ganz anders Mark Rowlands' "Der Läufer und der Wolf", verspricht der Rezensent. Laufen ist für den Autor Selbstzweck, authentische Erfahrung des "Guten", wie es Platon genannt hätte, berichtet der Rezensent. Auch bürstet der Autor das gängige Klischee gegen den Strich, beim Laufen könne man den Kopf frei bekommen, verrät Willmann, gerade im Gegenteil: die rhythmische Bewegung und der leicht erhöhte Pulsschlag verursachen "Gamma-Oszillationen mit einer Frequenz von 40 Hz", erfährt der Rezensent von Rowlands, und die sei optimal für Gehirnarbeit. Also erzählt der Philosoph Rowland auch von seinen inneren Dialogen mit Aristoteles, Platon und jüngeren Kollegen über die ganz großen Themen, berichtet Willmann, dem besonders die Passagen über den Tod gefallen haben - die werden im Laufe des Buches immer lustiger, lobt der Rezensent.

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