Unser Gedächtnis ist weniger zuverlässig als wir uns das wünschen, manchmal lässt es uns auch im Stich. Je älter wir werden, umso mehr. Dabei zeigt die neuste Forschung: Sich alles merken zu können, ist gar nicht so wichtig. Das Gedächtnis ist nämlich viel mehr als bloß ein Speicher für Erinnerungen. Es erweist sich als höchst aktives Zukunftsorgan. Seine radikal auf das Kommende ausgerichtete Funktionsweise bestimmt, was wir uns merken, wie wir lernen und wer wir sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
Sehr positiv bespricht Joachim Müller-Jung dieses populäre Sachbuch, das verspricht, die Leser auf den neuesten Stand der Gehirnforschung zu bringen. Dass die Autoren aus Philosophie und Hirnforschung kommen, merkt er besonders an - so kann der Streit der beiden Disziplinen um Vorherrschaft und Interpretation der neuesten Forschungsergebnissen stets mitreflektiert werden. Das Gedächtnis ist keine einfacher Speicher, sondern ein Prozess, lernt der Rezensent aus dem Buch. Durch ihn gestaltet das Gehirn immer neue Perspektiven für die Zukunft. Daraus lernt Müller-Jung auch Tröstliches für das Alter und zitiert Maximen wie "Es geht nicht darum, im Alter den Ruhm zu verwalten, sondern noch einmal etwas Rühmliches zu beginnen".
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