Aus dem Englischen von Stephanie Singh. Was wir brauchen, um ein sinnvolles Leben zu führen, ist die beinahe heroische Anerkennung und Bejahung dieses einen Lebens: Darin besteht die inspirierende Einsicht des philosophischen Shootingstars Martin Hägglund. In seinem gefeierten Bestseller zeigt er, dass wir keinen religiösen Glauben an die Ewigkeit, sondern einen säkularen Glauben kultivieren sollten, der sich unserem endlichen Zusammenleben widmet. Nur ein solcher Glaube kann die Quelle einer wahren Freiheit sein - und muss folglich das Zentrum einer überzeugenden Ethik und Politik für das 21. Jahrhundert bilden.Unsere Freiheit ist untrennbar mit materiellen und ökonomischen Bedingungen verbunden: Es kommt darauf an, wie wir in diesem Leben miteinander umgehen und was wir mit unserer begrenzten Zeit anfangen. In seinem tiefgründigen, originellen und durchweg zugänglichen Buch beschäftigt sich Hägglund daher nicht nur mit großen Philosophen von Aristoteles bis Hegel und Marx, sondern auch mit Schriftstellern von Dante bis Proust und Knausgård, mit politischen Ökonomen von Mill bis Keynes und Hayek sowie mit religiösen Denkern von Augustinus bis Kierkegaard und Martin Luther King Jr. Ihm geht es dabei sowohl um eine Kritik religiöser Ideale als auch um eine neuartige Vision einer postkapitalistischen Form des Zusammenlebens, in der wir unsere Lebenszeit wirklich besitzen und unsere geistige Freiheit leben können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2024
Rezensent Dieter Thomä erlebt manche Irritation mit Martin Hägglunds Versuch, den beiden "lebensfeindlichen" Instanzen Religion und Kapitalismus den Garaus zu machen. Hägglunds Feier des Lebens und seine Kampfansage gegen diese beiden Feindbilder gerät Thoma bei aller Entschlossenheit des Autors mitunter zu simpel. Etwas mehr Finesse, eine aktuellere Analyse des Finanzkapitalismus oder auch der Einbezug einschlägiger Deutungen von Marx, Simmel oder Benjamin zum Thema hätten dem Buch aus Thomas Sicht durchaus gut getan. Eine fehlerhafte Übersetzung macht ihm die Lektüre zusätzlich schwer.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 16.03.2024
Rezensentin Mara Delius findet den Versuch, Philsophie als Lebenshilfe zu verkaufen, wie ihn Martin Hägglund vorlegt, zwar nicht gerade leichtgängig, aber dennoch lesenswert. Wenn der Autor mit memoirhaften Zügen über Begriffe wie Glaube, Freiheit und Zeit nachsinnt und seine Gedanken, unterstützt von Gewährsleuten wie Hegel, Rawls und Hayek, in eine Theorie des Individualismus münden lässt, fallen Delius immer wieder "interessante argumentative Nebenstränge" auf, auch wenn in dem "dicht komponierten" Band manche Idee unabgeschlossen bleibt. Hägglunds Blick auf die Beschaffenheit des postmodernen Daseins überzeugt Delius immer dann, wenn der Autor "auf der Ebene der Zeitlichkeit" agiert. Wenn er das Individuum ins Verhältnis zur Gemeinschaft setzt, bleibt der Autor dagegen etwas diffus, beklagt die Rezensentin.
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