Matteo Melchiorre

Der letzte Cimamonte

Roman
Cover: Der letzte Cimamonte
Atlantis Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783715250380
Gebunden, 496 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Julika Brandestini. Er ist der letzte Nachkomme einer untergehenden Adelsdynastie. Sein Anwesen, seit Jahrhunderten im Besitz der Familie, erhebt sich über dem Dorf in den Bergen, wo man ihn scherzhaft den "Duca" nennt. Ganz allein in der Villa, die viel zu viele Zimmer hat, versenkt sich der junge Mann am liebsten in alte Familienschriftstücke - ein Leben außerhalb der Zeit und in seliger Ruhe. Bis eines Tages Nelso aus den Bergen herunterkommt und ihm die Nachricht überbringt: Oben im Val Fonda ist jemand dabei, seinen Wald abzuholzen. Unerwartet beginnt sein Cimamonte-Blut zu kochen ...Der letzte Cimamonte erzählt von einem uner bittlichen Kampf um 60 Kubikmeter Holz mit dem Emporkömmling des Orts, dessen Vater nur zwei Kühe besaß. Unversehens stehen sich in dem kleinen Bergdorf aristokratische Werte und Moderne gegenüber. Die geheimnisvolle junge Frau aber, die eines Tages im Garten der Villa auftaucht, sorgt für eine über raschende Wendung, und der Duca beginnt zu erkennen, dass das, was für die Ewigkeit zu gelten schien, einmal zu Ende gehen muss.Matteo Melchiorres Roman, klassisch und doch ganz neu, episch und politisch, stürmisch und philosophisch, bringt die mächtige Vergangenheit in einer drängenden Gegenwart zutage und zieht mit einer ausgesuchten, schwingenden Sprache in den Bann. Ein Buch, das man nur schwer aus der Hand legen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2025

Rezensent Niklas Bender ist voll des Lobes für Matteo Melchiorres herausragenden Debütroman. Eine herrliche Versuchung ist dieser Protagonist und seine Geschichte, ein junger Adelsspross, den man im Dorf nur den "Duca" nennt und der mit seiner hohen Herkunft glaubt abgeschlossen zu haben, bis ein Viehbauer sich erdreistet, Holz aus dem gräflichen Wald zu stehlen. Das blaue Blut gerät in Wallung und es beginnt eine Fehde, in der der Duca kein gutes Bild abgibt: Hier zeigt sich der gebildete junge Adlige aus traditionsreicher Familie als moderner Wutbürger, erkennt Bender. Der Streit nimmt ein überraschendes Ende, nachdem sich der Protagonist auf eine Liebelei mit der Tochter des Bauern einlässt und mehr noch: sich auf die Spuren seiner Vorfahren begibt. Eine alte Familienchronik enthüllt Verstörendes. Was Melchiorre hier gelingt, nennt Bender ein "Meisterstück literarischer Alchemie": Nicht nur verbindet er gekonnt Elemente aus der Kriminalliteratur mit Ansprüchen des Gesellschaftsromans, entwirft ein ganzes Ensemble eigenartiger Charaktere und legt erzählerisch die feudale Sozialstruktur frei; er schafft es auch, das Erbe diverser literarischer Vorbilder anzunehmen, aufs würdigste fortzuschreiben und dies alles zu verschmelzen zu einer spannenden, facettenreichen Erzählung, so der begeisterte Rezensent.
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