Jena, 1985. Ein junger Mann ist ermordet worden. Ein Punker, so nennen sich diese Gestalten, die vom sozialistischen Staatswesen so schwer auf Linie zu bringen sind. Die Ermittler der Morduntersuchungskommission um Oberleutnant Otto Castorp nehmen schnell den Vater des Opfers ins Visier, einen Antiquitätenhändler mit Westkontakt, der dem Arbeiter- und Bauernstaat feindselig gegenüber steht. Der Ermordete, das weiß Castorp, hatte sich als Informeller Mitarbeiter bei der Staatssicherheit verpflichtet. Zudem scheint der Fall auch mit einer Einbruchsserie in der Stadt zu tun zu haben. Und mit alten Geschichten. Sehr alten, sehr finsteren Geschichten - sie reichen zurück in die Zeit vor 1945.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2020
Wie kann man in einem ideologischen System wie dem der DDR Straftaten aufklären? Eigentlich gar nicht, und erst recht nicht, wenn die Täter zur NVA gehören und eine Nazivergangenheit haben. Darum säuft Kriminalkommissar Otto Castorp, erzählt Rezensent Moritz Fehrle. Es geht also in Max Annas Reihe um den DDR-Kommissar weniger ums Ermitteln, also um die Grenzen, die diesem Ermitteln in der DDR gesetzt waren. Ob Fehrle das gern gelesen hat, bleibt allerdings sein Geheimnis.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.08.2020
Rezensent Tobias Gohlis taucht mit dem neuen Band von Max Annas ein in die DDR des Jahres 1985. Ein toter Punk, Gorbatschow und nicht existierende, aber handfest prügelnde Nazis in Jena treten auf und ein aufrechter Vopo als Ermittler, erläutert Gohlis. Das alles politisch ist, auch das Familiäre, auch die Musik und der Protest der Punks, lernt er hier. Über eine "erinnerungsstarke Stimme" für die Punkszene in der DDR und einen detailfarbigen Plot freut sich der Rezensent.
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