Aus dem Englischen von Anne Emmert. Eine sexuelle Revolution hat begonnen, und diesmal wird sie nicht aufzuhalten sein. Diese Revolution beginnt überall da, wo Frauen, queere, nonbinäre und trans Personen, vor allem jene, die nicht der weißen Mehrheitsgesellschaft angehören, aufstehen und nicht länger bereit sind, ihren Körper als jemandes anderen Besitz zu begreifen. Unsere Zeit der Krisen ist dank ihnen zugleich eine Zeit der produktiven Transformation, voller tiefgreifender und dauerhafter Veränderungen in unserem Verständnis von Gender, Sex und der Frage, wessen Körpern und wessen Worten Bedeutung beigemessen wird. Mitreißend und scharf schreibt Laurie Penny über Sex und Macht, Trauma und Widerstand. Über die Krise der Demokratie, die Krise weißer Männlichkeit und die Rückzugsgefechte derer, die Angst vor Machtverlust haben. Sie fordert eine Kultur des Consent, die weit über Sex hinausgeht: Auch in Arbeitsverhältnissen, in Systemen der politischen Repräsentation, im Miteinander müssen wir zu einer Logik des fortlaufend ausgehandelten Einvernehmens finden, um individuelle und kollektive Traumata zu heilen und zukünftige zu verhindern.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.03.2022
Susanne Billig bewundert die "Gerechtigkeitsliebe", die Laurie Pennys neuer feministischer Essay laut Rezensentin durchzieht. In vierzehn Kapiteln erläutert ihr die Autorin überzeugend, warum auch Sex und Gender Teil der politischen Debatte um Arbeit, Bildung, Gesundheit, Krieg und Klima sind. "Schmerzhaft präzise" schildere Penny beispielsweise die Auswirkungen der ungleichen Verteilung der sogenannten Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern auf ärmere Frauen: Sie verzichten auf Essen, um den Kindergarten des Nachwuchses zu bezahlen und harren in gewaltvollen Beziehungen aus, um der drohenden Armut als Alleinstehende zu entkommen. Mit einigen Rückschlüssen macht es sich die Autorin aber etwas zu leicht, meint Billig, die Ursachen für Themen wie die ungleich verteilte Care-Arbeit komplexer sieht, als dass sie sich in einer gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehung auflösen würden. Doch letztendlich lässt sich die Rezensentin gern von den gut recherchierten Fakten und der "kraftvollen Sprache", die Anne Emmert laut Billig brillant ins Deutsche übersetzt hat, mitreißen.
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