Fabian Fohrbeck, Professor der Kulturwissenschaften, findet sich nach dem Tod seiner Frau in einer psychosomatischen Rehaklinik wieder, widerwillig zwar, aber auch neugierig. In den Gesprächen mit seiner Therapeutin entsteht ein vielschichtiges und liebevolles Bild von Dorothea und dem gemeinsamen Leben. Nach und nach lernt er seine Mitpatienten kennen. Überraschend viele von ihnen sind abgekämpft, erschöpft, ausgebrannt, ein Spiegelbild der modernen Arbeitswelt. Fohrbeck wird klar, dass der fehlgeleitete Umgang mit der Zeit ein Grund für diese Entwicklung sein muss. Leistungsdenken, Selbstoptimierung und Beschleunigung sind die bestimmenden Faktoren unseres Lebens, aber es gibt neue Glücksverheißungen - auch für ihn. Die Begegnung mit der charismatischen Tanztherapeutin und Sängerin Lea wird für Fabian zu einer erotischen Obsession, die ihn auf neue Höhen, aber auch in Abgründe führt.
Michael Schneider erzählt von Abschied und Neubeginn, Trauer und Liebe - und von einer Gesellschaft, der trotz aller Techniken zur Zeitersparnis keine Zeit mehr bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.06.2016
Michael Schneiders fiktionale Aufarbeitung des plötzlichen Todes seiner Frau kann Rezensent Markus Schwering nur halb überzeugen. Dass der Autor sich für die Form eines Romans entschieden hat, um seine Trauerarbeit zu bewältigen, hält der Rezensent zwar für gut: Peinlichkeiten und Indiskretionen werden dadurch umgangen, die "unsentimentale Dezenz" des Buchs rechnet er Schneider hoch an: Der Leser werde auf angenehme Weise in die Trauer mit hereingeholt. Doch hapert es für den Geschmack des Kritikers an den literarischen Qualitäten: Dass Schneider das Todesthema mit einer Kritik an der heutigen Arbeitswelt verbindet, gehe nicht vollends auf. Auch wie der Alt-68er Schneider politische Konflike in den Dialogen ausarbeitet, schätzt Schwering nicht: In diesen Passagen werfen sich die Protagonisten lediglich "halbgare Leitartikel" an den Kopf.
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