Michel Bergmann

Die Teilacher

Roman
Cover: Die Teilacher
Arche Verlag, Zürich-Hamburg 2010
ISBN 9783716026281
Gebunden, 285 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

1972, David Bermann, der "Einstein unter den Teilachern", ist tot. 75. Ist doch kein Alter. Es ist der 11. Januar, als sich Verständig, Fajnbrot und Szoros in ihrem Stammcafe einfinden, nachdem sie David im strömenden Regen beerdigt haben. Man redet natürlich über alte Zeiten... 1946, Frankfurt am Main. Sie hausen in ausrangierten Güterwaggons, in Kellern, halben Ruinen, ehemaligen Krankenhäusern. Die Treppen baufällig, die Nachbarn grimmig. Das politische Klima frostig, der Blick in die Zukunft schemenhaft. David Bermann, Jossel Fajnbrot, Emil Verständig, Moische Krautberg, Max Holzmann und die anderen, sie sind zurückgekehrt. Wie ist es ihnen ergangen? Fast alle waren aus den Lagern gekommen, oft als einzig Überlebende in ihrer Familie. Doch jetzt ist Aufbruch angesagt: Bei Eis und Schnee, bei Regen und Sonnenschein, mit Citroën und Horch, mit Volkswagen, Opel und Tempo-Dreiradpritsche sind sie Tag für Tag unterwegs, um allerlei Dinge zu verkaufen. Wie viel Kraft hat es gekostet, wieder an Liebe, Nestbau und Zukunft zu glauben?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2010

Sehr gern hat Rezensentin Sabine Doering diesen Roman gelesen, den ersten des Regisseurs und Drehbuchautors Michel Bergmann. Er erzählt von einem jungen jüdischen Schauspieler, der seinen Nennonkel beerdigen muss und dessen Lebensgeschichte Revue passieren lässt. Der Onkel war nach Ende des Krieges wie so viele andere Überlebende des Holocausts in Deutschland geblieben und hat sich langsam als Handelsvertreter ("Teilacher") und unter dem Schutz der Amerikaner aus den Lagern der Displaced Persons kämpfen können. Viel Klugkeit, schelmischen Witz, Chuzpe natürlich auch und einen offenbar anhaltenden heiteren Grundton hat Rezensentin Doering hier gefunden, die zudem versichert, dass Bergmann alle Stillagen sicher beherrscht.
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