Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2001
Für einen Gnostiker, der im Widerstreit zwischen Versagung und Hingebung, Trieb und Vergeistigung steckt, hält Ruthard Stäblein den französischen Schriftsteller Michel Houellebecq, der nun seinen zweiten Gedichtband vorlegt. Überraschend klassisch kommen die Gedichte daher, meint Stäblein, in die Form des Alexandriners oder eines Achtsilbers gekleidet, ohne Formenzertrümmerung, und auch die Wortwahl gemahnt den Rezensenten ans 19. Jahrhundert. Nicht also die Form oder die Inhalte mit gelegentlichen "pornografischen Pointen" oder in Medizinerfachsprache überzeugen Stäblein, sondern der musikalische Charakter der Gedichte begeistert ihn. Sie erinnern ihn an Blues und Rap und bedürfen seiner Meinung nach dringend musikalischer Ergänzung. Diesbezüglich hat der Übersetzer Hinrich Schmitt-Henkel in Stäbleins Augen versagt: "kein Gespür für den Rhythmus" stellt er fest, darüber hinaus sinnentstellende Übersetzungsfehler - gut, dass der Originaltext daneben steht, meint der Rezensent.
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