Seine Streitschrift wider die Religion "Wir brauchen keinen Gott" entfachte in Frankreich und Deutschland eine kontrovers geführte Debatte. Ausgehend von seinem persönlichen Schlüsselerlebnis, der Erziehung in einem Waisenhaus der Salesianer, lässt Michel Onfray in seinem neuen Buch die verneinenden Atheisten hinter sich und entwirft eine zeitgemäße Ethik für ein gelingendes Leben ohne Gott. Die Menschen sind verabredet auf das gemeinsame Ziel des größtmöglichen Glücks im Hier und Jetzt und die Vermeidung von Unlust und Leid. Von einer strahlenden Erotik zu wechselseitigem Lustgewinn bis zu einer "prometheischen Bioethik", in der jeder Eingriff in die Natur erlaubt ist, reicht sein fulminanter, Politik und Privates umspannender Gesellschaftsentwurf.
Eher unfroh ist Rezensent Rudolf Walther nach der Lektüre dieses Buchs über die Freude am Sein zurückgeblieben. Das hat im Wesentlichen mit der "intellektuellen Hochstapelei" und dem "Schwadronieren vom widerständigen Leben" zu tun, die der Rezensent dem Autor bei der Entwicklung seiner Argumentation vorwirft, und die für ihn am Ende in die reine Geschwätzigkeit führen. Dabei hat das Buch für ihn durchaus starke Momente, beispielsweise die beklemmenden Schilderungen einer Jugend in einem Waisenhaus mit sadistischen Mönchen, die Walther zufolge zur Ausgangssituation der hedonistisch orientierten Beweisführung wird, dass das Leben nichts als reine Freude am Sein zu sein habe, in deren Verlauf irgendwann auch die Bioethik eine undurchsichtige Rolle spiele. Doch da sich Michel Onfray dem Rezensenten hernach lediglich als wortgewaltiger "Meister im Ausschütten von Kindern aus allen erreichbaren Badewannen" erweist, kann das Buch ihn mit seiner ebenso rabiaten wie einfach-populistischen Logik nicht überzeugen.
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