Mike Fielitz, Holger Marcks

Digitaler Faschismus

Die sozialen Medien als Motor des Rechtsextremismus
Cover: Digitaler Faschismus
Bibliographisches Institut, Berlin 2020
ISBN 9783411747269
Kartoniert, 256 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Die sozialen Medien haben sich zu einem Raum des Hasses und der Unwahrheit entwickelt. Ohne diese digitalen Brandbeschleuniger sind die rechtsextremen Wahlerfolge ebenso wenig zu verstehen wie die jüngste Welle rechter Gewalt. Maik Fielitz und Holger Marcks gehen dieser Entwicklung und ihren Ursachen auf den Grund. Sie zeigen, mit welchen manipulativen Techniken rechtsextreme Akteure in den sozialen Medien versuchen, Ängste zu verstärken, Verwirrung zu stiften und Mehrheitsverhältnisse zu verzerren. Dass ihr Wirken dabei eine solche Dynamik entfalten kann, hat wiederum mit der Funktionsweise der sozialen Medien selbst zu tun. Denn sie begünstigen die Entstehung und Verbreitung von Bedrohungsmythen, die der führungslosen Masse der Wutbürger eine Richtung geben. Wie aber ließe sich dieser "digitale Faschismus" bändigen, ohne die Werte der offenen Gesellschaft in Mitleidenschaft zu ziehen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2021

Rezensent Fridtjof Küchemann findet den Vorschlag einer "vorgelagerten Inhaltsprüfung", den Maik Fielitz und Holger Marcks in ihrem Buch über die sozialen Medien als Resonanzraum der Rechten machen, zwar ziemlich illusorisch. Bedenkenswert aber erscheint er ihm dennoch. Zu lernen ist aus den Analysen im Buch laut Küchemann, wie rechte Narrative und Angstmache mit den Mechanismen der Algorithmen harmonieren. Die Lektüre schärft die Aufmerksamkeit, desillusioniert aber auch, was die demokratischen Gegenmittel betrifft, meint er.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.11.2020

Rezensent Lutz Büge findet das Buch des Konfliktforschers Maik Fielitz und des Sozialwissenschaftlers Holger Marcks wichtig, auch wenn die Autoren keine Debatte über die Definition von Faschismus entfachen, sondern sich auf den in den sozialen Medien gepflegten Mythos vom Untergang der Nation konzentrieren. Die rechtsextreme Praxis im Netz, identitätsstiftende Hasskulturen und wie die AfD sich diese zunutze macht, darüber schreiben die Autoren allerdings wissenschaftlich, klar, ohne Alarmismus, erklärt Büge anerkennend.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.11.2020

Rezensentin Vera Linß erkennt anhand der Analysen der Terrorismusforscher Maik Fielitz und Holger Marcks, dass eine Neuausrichtung sozialer Medien notwendig ist, um demokratiefeindliche Einflüsse zu verhindern. Wie die Rechten im Netz erfolgreich sind mit Überdramatisierung, "Gaslighting" und "metrischer Manipulation", erläutern die Autoren laut Linß verständlich und anhand vieler Beispiele. Die Ergebnisse der vorgelegten Recherche findet Linß erschreckend, da sie ihm offenbaren, wie weit rechte Sprache bereits den öffentlichen Diskurs bestimmt.

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