Aus dem Jiddischen von Sophie Liechtenstein. "Childe Harold aus Disna" ist eine Wiederentdeckung. Geschrieben 1933 blickt Moyshe Kulbak darin auf die Zeit zurück, die er Anfang der 1920er Jahre in Deutschland, in Berlin lebte. Bisher bei uns angekündigt mit einem Titel nach einer Gedichtzeile ("Ein Hund, ein Tripper und ein Pyjama") erinnert das Epos - im Original: Dizner tshayld herold - schon in der Überschrift an Byron und in Stil und Ton an Heinrich Heines Deutschland, ein Wintermärchen, und mitunter auch an Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.04.2018
Rezensent Oleg Jurjew freut sich über die Wiederentdeckung des jiddischsprachigen Schriftstellers Moische Kulbak, den er als Lyriker ebenso wie als Romancier schätzt. Entsprechend begeistert nimmt der Kritiker gleich vier Wiederveröffentlichungen der Werke Kulbaks zur Hand: Während er in Kulbaks Gedichten vor allem die Musikalität der Volkslieder der Juden Weißrusslands und Litauens bewundert, lernt er in dessen Prosa das Leben der Juden Osteuropas kennen. Besonders bemerkenswert findet Jurjew Sophie Lichtensteins Übersetzungen der in der Edition Foto-Tapeta erschienenen Bände "Childe Harold aus Disna" und "Montag". Von den jeweiligen Nachworten hätte sich der Rezensent allerdings mehr Genauigkeit gewünscht.
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