Erstmals liegt hiermit eine Studie über die gesellschaftliche Entwicklung des Pferdesports vor, in der die Verflechtungen zwischen Pferdesport und Politik auf Grundlage umfangreicher Quellenstudien und erstmals ausgewerteter Archivalien analysiert werden. Dabei wird besonders auf die Neuordnung und die Konsolidierung des Pferdesports im Nationalsozialismus sowie die Mobilmachung und Kriegsintegration der Pferdesportler eingegangen. Am Beispiel des Hamburger Pferdesportnetzwerks werden Transformationsprozesse und Kontinuitäten ebenso wie nationale und internationale Verflechtungen des Pferdesports aufgezeigt. Die Formierung, Institutionalisierung und Politisierung des Pferdesports von den Anfängen um 1850 spielt dabei genau wie die Zeit des politischen und gesellschaftlichen Neuaufbaus Deutschlands nach dem Ende der NS-Herrschaft eine zentrale Rolle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.04.2013
Die Soziologin Nele Maya Fahnenbruck hat ein aufschlussreiches und wichtiges Buch geschrieben, lobt Harry Nutt. In "... reitet für Deutschland" spürt die Autorin der "verdunkelten deutschen Vereinsmeierei" im Reitsport vor, im und nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Viel zu leicht ist es zahlreichen Kriegsverbrechern, etwa Mitgliedern der Reiter-SS gemacht worden, nach Ende des Krieges ihre Mitgliedschaften "als bloße Geselligkeit" zu verharmlosen, erfährt der Rezensent von Fahnenbruck. Der elitäre Netzwerkgedanke, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts Teil des Habitus in Reitsportvereinen war, musste nicht im Nationalsozialismus enden, erklärt Nutt, aber er führte zu einer recht widerstandslosen oder gar bereitwilligen Eingliederung des Vereinswesens in den staatlichen Apparat. Der Rezensent hofft, dass Fahnenbrucks Buch eine längst überfällige "institutionelle Auseinandersetzung seitens der Vereine und Verbände" mit ihrer Geschichte in Gang bringt.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…