Studenten stürmen Hörsäle, ein Wissenschaftler soll aus dem Fenster geworfen werden - 1968 und die Folgejahre waren für die Universitäten in der Bundesrepublik eine bewegte Zeit. Doch nicht nur die Studenten revoltierten. Es gab auch eine Gegenbewegung der Professoren. Der 1970 gegründete "Bund Freiheit der Wissenschaft" (BFW) war das Sammelbecken jener Hochschullehrer, die durch die Studentenbewegung die Lehr- und Forschungsfreiheit in Gefahr sahen. Ihr Ziel: eine gleichberechtigte Teilhabe der Studenten an der Regierung der Universität zu verhindern. Ihr Ziel: eine gleichberechtigte Teilhabe der Studenten an der Regierung der Universität zu verhindern. Mitglieder waren u. a. Thomas Nipperdey, Wilhelm Hennis, Ernst Fraenkel und Richard Löwenthal. Seinen Gegnern galt der BFW als Kampfbund zur Verteidigung der Ordinarienherrschaft. Er selbst sah sich als Bündnis aller Staatsbürger.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2014
Rezensent Dominik Geppert liest Nikolai Wehrs' Buch über den 1970 gegründeten "Bund Freiheit der Wissenschaft" mit Interesse. Die These des Autors, wonach der Bund Ausgangspunkt für die Unruhen von 1968 gewesen sei, scheint ihm vorbildlich recherchiert und gut lesbar verfasst. Institutionsgeschichte, Darstellung der Hochschulreform und Intellektuellengeschichte zugleich bietet ihm der Band. Dabei räumt der Autor laut Geppert auch mit Mythen auf, demjenigen etwa vom Bund als "akademische NPD" (Wolf Lepenies) oder vom bahnbrechenden Erfolg des Bundes. Auch das Scheitern des Bundes rückt ihm der Autor in neues Licht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2014
Was in den späten 60ern an den Universitäten in Berlin, Frankfurt oder Heidelberg abging, vermag sich Albrecht Koch kaum vorzustellen. Nikolai Wehrs Studie über den universitätsinternen Widerstand gegen die eskalierenden Proteste scheint ihm schon deshalb wertvolle Lektüre zu sein. Indem der Historiker Wehr hier das komplizierte Gefüge des "Bundes Freiheit der Wissenschaft" und der Berliner "Notgemeinschaft für eine freie Universität" offenlegt, in denen sich nicht reaktionäre, wie Koch betont, sondern konservativ-liberale Köpfe versammelten, schließt er laut Rezensent außerdem eine Forschungslücke. Wehrs Archivarbeit und seine nüchternen Fragestellungen findet der Rezensent erfreulich.
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