In diesem Buch wird der Versuch gemacht, Carl Schmitts Werk mit derselben Distanz zu lesen, mit der wir heute die Werke von zu ihrer Zeit verpönten Autoren wie Machiavelli oder Hobbes lesen. Dabei geht es in erster Linie um die Grundsorge Carl Schmitts: die Rechtsidee. Carl Schmitt sehnte sich nach einer gemäß der Rechtsidee organisierten Gemeinschaft. Er sah aber, dass das Recht sich weder von selbst etablieren, noch dass es sich von selbst erhalten könnte, sondern immer auf das Politische als Bedingung seiner Möglichkeit verwiesen ist. Dadurch setzt es sich einer doppelten Gefahr aus: Einerseits kann die der Verwirklichung der Rechtsidee dienende Politik sich gänzlich vom Recht emanzipieren, andererseits kann die Politik das Recht zu Machtzwecken instrumentalisieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2004
Laut dem Rezensenten mit dem Kürzel zyk. gibt es zwei Arten, über Carl Schmitt zu denken: Entweder man hält ihn für den "bedeutendsten politischen Theoretiker des letzten Jahrhunderts" oder für einen unbedeutenden "politischen Finsterling". Der Rezensent ordnet Norbert Campagnas Einführung in Schmitts Denken der ersten Kategorie zu, denn die Absicht, den Lesern Carl Schmitt "ans Herz zu legen", sei deutlich. Und Rezensent "zyk" scheint zu der ersten Kategorie zu gehören, denn er hat diese Einführung mit "Unbehagen" gelesen. Ihn stört das hier gezeigte "geglättete und gesäuberte Bild" Schmitts. Statt auch auf die "Insinuationen und Denunziationen" in Schmitts Schriften einzugehen, präsentiere Campagna seinen Schmitt nur als "grundvernünftigen Mann" und "tiefen Analytiker". Auch "heikle" Theorien Schmitts, so über die "Homogenität des Volkes", seien hier nicht problematisiert. Rezensent "zyk" fragt sich zum Abschluss, ob es "wünschenswert" sei, Schmitts Denken durch derart "treuherziges Repetieren" bekannt zu machen.
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