Die Jugoslawienkriege haben die Weltöffentlichkeit erschüttert. Sie sind verbunden mit den schlimmsten Verbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg - mit Folgen, die unmittelbar in unsere Gegenwart reichen.Norbert Mappes-Niediek, langjähriger Südosteuropa-Korrespondent, führt in seiner großen erzählerischen Gesamtdarstellung mitten hinein in dieses dunkle Kapitel der jüngsten europäischen Geschichte: angefangen mit den ersten Panzern in Slowenien und dem Schock darüber, dass im vermeintlich friedlichen Europa plötzlich wieder Krieg ausbricht, bis hin zum UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Er zeichnet die Bruchstellen des gescheiterten Vielvölkerstaats nach, nimmt das unfassbare Massaker im bosnischen Srebrenica in den Blick, fragt nach Interessen und Strategien der Kriegsparteien, aber auch nach der Verantwortung der ausländischen Mächte - und macht so die weltpolitische Tragweite des Konflikts deutlich.Scharfsichtig und eindringlich schildert Mappes-Niediek, der die Region kennt wie wenige andere, den blutigen Zerfall Jugoslawiens - der unseren Kontinent beinah zerrissen und bis heute verändert hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2023
Rezensent Michael Martens empfiehlt das Buch des Südosteuropa-Kenners Nobert Mappes-Niediek. Wie der Autor die Stimmung im zerfallenden Jugoslawien beschreibt, wie er aufgrund von Augenzeugenschaft Sachverhalte schildert oder ein so knappes wie treffendes Porträt von Milosevic entwirft, findet Martens höchst aufschlussreich. Dass der Autor mit seinem Wissen nicht protzt, sondern informiert, scheint ihm ebenso erwähnenswert wie der Umstand, dass Mappes-Niediek durchaus zu Widerspruch reizen kann, etwa, wenn er eine Mitschuld Deutschlands am Zerfall Jugoslawiens suggeriert.
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