Mit einem Vorwort von Gerhart Baum. Der Neonazismus, so Wolfgang Kraushaar, ist längst noch nicht überwunden und stellt die Demokratie vor neue Herausforderungen. Diese werden nur dann zu bestehen sein, wenn sich Staat und Zivilgesellschaft neu positionieren. Da die Gefährdungen immer mehr von der Mitte der Gesellschaft ausgehen, bedarf es einer grundlegenden Reorganisation der Sicherheitsarchitektur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2023
Rezensent Thomas Holl kennt die Arbeit des Politikwissenschaftlers Wolfgang Kraushaar. Dessen neues Buch liest er als Streitschrift und aktuellen Warnruf, der dem Leser die Gefährdung der Demokratie von rechts verdeutlicht. Kraushaars Parallelisierung der Morde an Rathenau und Walter Lübcke sowie ein Rückblick auf rechtskonservative Kontinuitäten in der frühen BRD leiten laut Holl über zu einer Gegenwartsanalyse, die die "Radikalisierung der Mitte" etwa durch die AfD aufzeigt. Kraushaars Forderung, mit Carlo Schmidt ein Verfassungsgebot auszugeben, erscheint Holl sinnvoll.
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