Oliver Tolmein

Keiner stirbt für sich allein

Sterbehilfe, Pflegenotstand und das Recht auf Selbstbestimmung
Cover: Keiner stirbt für sich allein
C. Bertelsmann Verlag, München 2006
ISBN 9783570008973
Kartoniert, 256 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Die hochemotionale Diskussion um Sterbehilfe ist viel zu oft nur ein Plädoyer für den schnellen Tod. Mit dieser provokanten These weist Oliver Tolmein der Debatte um ein selbstbestimmtes Sterben eine neue Richtung: Ein würdevoller Tod ist nur möglich, wenn die Verhältnisse im Leben würdevoll sind - das gilt besonders für die letzten Monate und Wochen, die einem Schwerkranken bleiben. Tolmein erläutert den Zusammenhang zwischen mangelhafter Schmerztherapie, der Versorgungslage in Alten- und Pflegeheimen und würdevollem Sterben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.01.2007

Wichtig und lesenswert findet Rezensentin Elisabeth Wehrmann das Buch des Medizinjuristen Oliver Tolmein über die zeitgenössischen Bedingungen des Sterbens. Und zwar nicht nur wegen der darin behandelten "peinlichen Fragen" und "dringenden Themen" zu Alter und Pflegebedürftigkeit, sondern weil dieser Autor seine Leser in den Alltag der Sterbenden, in Hospize, Alten- und Pflegeheime oder Intensivstationen mitnehme. Weil er darin von seinen Gesprächen mit Pflegekräften, Ärzten und Angehörigen berichte - und mit den Alten und Sterbenden selbst. Auch die Schonungslosigkeit, mit der der Autor über Kostenfaktoren und emotionale Unterversorgung schreibe, beeindruckt die Rezensentin, die am Ende dieser Überlegungen zum Sterben in Zeiten allgemeiner Kostendämpfung Tolmeins Plädoyer für einen selbstbestimmten Tod Recht gibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.07.2006

Als "präzises, unromantisches Plädoyer für die Verbesserung des Sterbens" würdigt Oliver Müller vorliegendes Buch von Oliver Tolmein. Als Stärke des Werkes wertet er, dass es nicht nur die rechtliche Seite des Themas beleuchtet, sondern auch seine medizinische und gesellschaftliche Dimension gründlich erörtert. Dabei bescheinigt er dem Autor "juristische Kompetenz", "Kenntnis der Sachlagen" und eine "mitfühlende Darstellung der Leidenswege". Gerade die Schilderungen von Einzelschicksalen sterbender Menschen haben Müller bewegt. Seines Erachtens gelingt es Müller hier, dem Leser die "Realität des Sterbens in Deutschland" deutlich vor Augen zu führen. Die Forderungen Tolmeins nach mehr Sterbebegleitung, Ausbau der ambulanten Hospiz- und Palliativdienste und besserer ärztlicher Ausbildung im Blick auf die schmerztherapeutischen Möglichkeiten scheinen Müller bestens geeignet, die Diskussionen um das Thema Sterbehilfe produktiv anzuregen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2006

Dieses Buch gilt dem alltäglichen Sterben. Und es ist ein informatives wie erschütterndes Buch, wollen wir den Worten des Rezensenten Michael Pawlik Glauben schenken. Erschütternd, weil Autor Oliver Tolmein uns mitnimmt auf die Palliativstationen der Spitäler, Heime und Hospizen, informativ, weil er Kostenberechnungen und Statistiken auswertet. Das ergibt ein düsteres Gesamtbild, das der Rezensent denjenigen zur Ansicht empfiehlt, die sich gesundheitspolitisch dem Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung gern verweigern möchten: So schaut das in der Praxis aus. Pawlik gruselt es angesichts des dokumentierten Heimalltags und der im Buch gewährten Einsicht in eine Studie zu den Todesursachen von Altenheimbewohnern. Dabei lehrt ihn der gründlich rechnende Autor, dass sich eine Verbesserung finanziell durchaus bewältigen ließe. Nach dieser Lektüre, so Pawlik, wird man Todesanzeigen mit anderen Augen lesen.

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