Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke. An einem Sommernachmittag 1981 findet der Chauffeur van Dijk seinen Chef Christiaan Dudok tot in dessen Arbeitszimmer. Der Inhaber einer Maschinenfabrik hat sich das Leben genommen. Ein Abschiedsbrief fehlt, doch auf seinem Schreibtisch liegt eine vergilbte deutsche Zeitung vom 2. April 1942. Auf der Titelseite wird über den verheerenden Luftangriff auf Lübeck berichtet, eine Liste verzeichnet die Todesopfer dieser Bombennacht: Der Name Julia Bender ist mit einer Markierung versehen. Mit ihrem Mut und ihrer entschiedenen Ablehnung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hat die junge Deutsche den Holländer Christiaan einst unwiderstehlich in ihren Bann gezogen, als er 1938 ein Praktikum in Lübeck absolvierte. Doch noch im selben Jahr verlässt er fluchtartig Deutschland und die Frau, die er liebt, obwohl er ahnt, dass er einen nicht wiedergutzumachenden Fehler begeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2010
Hingerissen ist Rezensent Peter Henning von Otto de Kats berührendem Roman über eine unerfüllte Liebe während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Zentrum des Werks sieht er einen von widerstreitenden Gefühlen beherrschten Fabrikantensohn, der sich im entscheidenden Moment für die Vernunft entscheidet, damit die Liebe seines Lebens verliert und letztlich seine Existenz zerstört. Gekonnt verbindet der Autor in diesem Werk für Henning die Themen seiner beiden vorangegangenen Romanen: "das Gefühl, nicht das zu tun, was nötig wäre, und nicht dort zu sein, wo man sein sollte". Mit hohem Lob bedenkt das suggestive, genaue und anteilnehmende Erzählen des Autors. Hennings Fazit: Mit "Julia" hat sich de Kat "endgültig in die erste Liga niederländischer Autoren geschrieben".
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