Der Band zeigt das Spannungsfeld zwischen den Polen Leben und Existenz, in dem sich der Autor vor allem in der ersten Hälfte seiner Schaffenszeit bewegt. Er enthält neben den kleinen Monografien über Lebensphilosophie und Existenzphilosophie zwei Aufsätze über das Verhältnis des französischen Existentialismus zur deutschen Existenzphilosophie bzw. zum Problem der Ethik. Aus Bollnows Buch über R. M. Rilke wird die zum Themenkreis Existenzphilosophie gehörende Einführung aufgenommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2010
Rezensent Christian Geyer begrüßt Otto Friedrich Bollnows "Lebensphilosophie und Existenzphilosophie", die als vierter Band der Studienausgabe seiner Werke vorliegt. Auch wenn ihm manche Thesen des Philosophen sperrig erscheinen, findet er den Band ertragreich. In der These, dass wir sind, was wir aus uns machen, sieht er die Verbindung von Lebensphilosophie und Existenzphilosophie. Bollnow sehe darin "einen Ausdruck menschlichen Reichtums, eine Apotheose der Freiheit, nicht des Defätismus". Eingehend widmet sich Geyer den Überlegungen Bollnows und insbesondere dessen Zeittheorie. "Dass sich die Lebensphilosophie historisch immer wieder verrannt hat", so sein Urteil, "ändert nichts an der Fruchtbarkeit ihrer Fragestellungen".
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