Musliminnen und Muslime bleiben fremd in unserer Gesellschaft, denn sie werden zu Fremden gemacht. Sie sollen Loyalität unter Beweis stellen, sich integrieren und anpassen, sich zu Rechtsstaat und Demokratie bekennen, den Schritt aus der Tradition in die Moderne machen und sich "nach westlichem Vorbild" weiterentwickeln. Die Liste an Forderungen ist lang, doch das Versprechen auf Gleichheit und Gerechtigkeit löst sich nicht ein. Ozan Zakariya Keskinkiliç erzählt so ehrlich wie sarkastisch von eigenen Erfahrungen und schaut tief hinab in historische Abgründe. Aus dieser Analyse gesellschaftlicher Miss stände entwickelt der Politikwissenschaftler und Lyriker eine poetische Vision: Sie zeigt uns, wie wir als Gesellschaft mit Pluralität, mit Widersprüchen und Ambivalenzen umgehen können.
Rezensent Ebru Tasdemir findet heilsame Irritation in Ozan Zakariya Keskinkilics Buch über Rassismus in unterschiedlichen Ausprägungen. Persönliche Erfahrungen mit dem "Mongolenfleck" und Analysen zu deb NSU-Morden wechseln sich im Buch des Politikwissenschaftlers ab, erläutert Tasdemir. Wie wenig die Gesellschaft in Sachen Rassismus vorankommt, kann der Rezensent ermessen, wenn der Autor heutigen Sprachgebrauch und die Völkerschauen von vor 100 Jahren untersucht. Für Tasdemir augenöffnend und horizonterweiternd.
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