Aus dem Französischen von Felix Mayer. Eliette genießt ihre Rente, allerdings nicht ohne Bitterkeit. Ihr Ehemann ist tot, die Kinder leben weit entfernt. Keine Freunde weit und breit. Und noch dazu kein Sex. Eines Tages, als über dem Dorf ein Gewitter niedergeht, gewährt sie einem attraktiven Vierzigjährigen, der sich auf dem Land verfahren hat, bei sich Unterschlupf. Doch kaum hat der Kleinganove Eliettes Haus betreten, explodiert ihre Welt geradezu: Der Sohn der Nachbarn kommt bei einem Autounfall ums Leben, eine durchgedrehte junge Frau nistet sich bei ihr ein und auf einmal tauchen zwei Kilo Kokain auf. Achtung vor dem Alter, das nur scheinbar schläft...
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.11.2024
Rezensent Thomas Wörtche liest Pascal Garniers makellos düsteren Noir in einem Zug durch - ein Super-Expresszug "nonstop in die Hölle und zurück", schreibt Wörtche. Minimalistischer, schärfer und gemeiner - durchaus in beiderlei Sinne des Wortes - kann man die Geschichte einer frustrierten und gelangweilten, aber immerhin wohlhabenden Witwe, die sich in einen jungen Kriminellen verguckt und schließlich selbst über Leichen geht, wohl kaum erzählen. Moral - ebenfalls in beiderlei Sinne des Wortes - gibt es nicht in dieser Geschichte, die natürlich eigentlich eine Geschichte über Entfremdung ist, lesen wir. Garnier stellt sich damit bewusst und trittsicher in die Tradition von Meistern wie Claude Chabrol oder Georges Simenon und deren Erzählungen über die "Abgründe der Bourgeoisie". Dass vieles in dieser perfekt konstruierten Erzählung vorhersehbar ist, tut dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch, so der hingerissene Rezensent.
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