Das vielschichtige Thema nationalsozialistischer Kunstpolitik und die bereits in den zwanziger Jahren einsetzende Diffamierung der Moderne gehören zu einem schmerzlichen Kapitel der deutschen Kunstgeschichte, das noch immer nicht hinreichend aufgearbeitet worden ist. Aus diesem Grunde wurde an der Freien Universität Berlin sowie an der Universität Hamburg eine "Forschungsstelle ?Entartete Kunst'" eingerichtet, die sich insbesondere mit der gleichnamigen Beschlagnahmeaktion und der seit 1937 veranstalteten Wanderausstellung beschäftigt und nun ihren ersten Band mit aktuellen Forschungsergebnissen zur deutschen Kunstpolitik der dreißiger und vierziger Jahre vorlegt. Die Beiträge befassen sich mit den Protagonisten nationalsozialistischer Kulturpolitik, mit Fragen von Verfemung, Präsentation und Verwertung "entarteter" Kunst sowie mit den unterschiedlichen Rezeptionsformen moderner Kunst im "Dritten Reich".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2007
Rezensent Franz Zelger lobt den von Uwe Fleckner herausgegebenen Sammelband mit vier Beiträgen zum Thema "entartete Kunst", die er jeweils kurz vorstellt: Laura Lauzemis arbeitet die Spannung der frühen Jahre des Nationalsozialismus anhand des Briefwechsels zwischen dem Künstler Oskar Schlemmer und dem Direktor des Folkwang-Museums Klaus Graf von Baudissin heraus, Katrin Engelhardt befasst sich mit den Modifikationen, die die Wanderschau "Entartete Kunst" von Station zu Station durchlief, Gesa Jeuthe schreibt über die Luzerner Galerie Fischer, die 1939 zur "Verwertung" "entarteter" Kunst eine große Auktion veranstaltete und Isgard Kracht setzt sich mit der ambivalenten Rezeption des Werkes von Franz Marc auseinander, der als Kriegsheld Freund und als Künstler Feind des Regimes war. Der Rezensent findet die Beiträge durchweg aufschlussreich und freut sich über das zusätzliche Material in Form von Tabellen, Verzeichnissen und Fotos.
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