Patrick Deville

Äquatoria

Auf den Spuren von Pierre Savorgnan de Brazza, Roman
Cover: Äquatoria
Bilger Verlag, Zürich 2013
ISBN 9783037620281
Gebunden, 400 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Übersetzung aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Reich bebildert, mit Lesebändchen. Übersetzung aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Reich bebildert, mit Lesebändchen. Als Forschungsreisender des dritten Jahrtausends beschreibt Deville den Zusammenbruch von Diktaturen, das Chaos und die Massaker an Minderheiten, alles auf den Spuren jenes Pierre Savorgnan de Brazza, "dem Entdecker der mythischen Flussläufe. Jener Mann, der mit dem Bug seiner Piroge Menschenhandel und Sklaverei zurückdrängte und in dessen Kielwasser die Kolonisation des Kongo mit sich schleppt." Indem er Gegenwart und Vergangenheit, die großen Entdecker des neunzehnten Jahrhunderts und die Schiffbrüchigen von heute miteinander verflicht, entwirft der Autor eine neue Form des Romans, bei dem Presseausschnitte, Ausschnitte aus Tagebüchern, Archivmaterial, Alltagsbeobachtungen und persönliche Erlebnisse nahtlos ineinananderfließen. Vom Oberlauf des Flusses Ogooué nach Algerien, vom Tanganjikasee nach Sansibar folgen wir den Schicksalswegen Savorgnan de Brazzas, Henry Morton Stanleys - reisen mit Albert Schweitzer nach Lambarene, begegnen Jonas Savimbi oder David Livingstone, nicht zuletzt Tippu-Tip, dem einflussreichen schwarzen Sklaven- und Elfenbeinhändler. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit oszillierend, verknüpft Patrick Deville Entdeckungsfieber, Eroberungswahn und koloniale Herrschaftsansprüche des neunzehnten Jahrhunderts mit dem erwachenden Selbstbewusstsein Afrikas, kommunistischer Revolution und der Politik von heute.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2013

Rundum begeistert überantwortet sich Ingeborg Waldinger dem Sog von Patrick Devilles nach ihrer Auskunft hervorragend recherchiertem und zudem noch glänzend übersetzten Roman über den von Jules Verne und Saint Simon beflügelten Idealisten und Abenteurer Brazza, der einst die Segnungen der westlichen Zivilisation nach Afrika bringen wollte, doch dann nur kolonialistischen Verheerungen den Weg ebnete. Diese Begeisterung rührt vor alle vom Geschick des Autors her, "Historie als spannungsgeladenen Roman zu erzählen", und nicht zuletzt vom erzählerischen Manöver, Brazzas Route mit allerlei gleichzeitig und historisch später stattfindenden Reisen mittels zahlreicher Dokumente aus dem Quellenfundus zu verknüpfen. Dabei entsteht, so die Rezensentin, ein "gewaltiges Panorama", das vom Atlantik bis zum Indischen Ozean reicht und dabei noch einen Einblick in die innere Verfasstheit historischer Welterkunder gestattet. Und satt ist Waldinger nach der Lektüre noch lange nicht: Die Übersetzung von Devilles neuestem Roman hielte sie am liebsten jetzt schon in Händen.

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