Volker Koop

Das schmutzige Vermögen

Das Dritte Reich, die I.G. Farben und die Schweiz
Cover: Das schmutzige Vermögen
Siedler Verlag, München 2005
ISBN 9783886808113
Gebunden, 344 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Dieses Buch, dem zahlreiche bisher geheime Dokumente zugrunde liegen, beleuchtet die engen Verflechtungen zwischen der Industriegemeinschaft Farben auf der deutschen und der IG Chemie sowie ihren Nachfolgeunternehmen und Schweizer Banken auf der eidgenössischen Seite. Es zeigt auf, mit welchen Mitteln Schweizer Einrichtungen nach 1945 das Vermögen der IG Farben in den USA für sich reklamierten und es nach einem dubiosen Handel mit Robert Kennedy zu einem großen Teil zugesprochen bekamen. Die IG Farben war für die Kriegswirtschaft des Dritten Reiches unentbehrlich. Sie beutete Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge aus, errichtete bei Auschwitz ein Werk und war an der Produktion des Nervengases Zyklon B beteiligt. Schweizer Bankiers haben bis zuletzt enge Kontakte zu den deutschen Tätern gehalten. Anschließend gingen sie als Nutznießer aus dem Rennen um große Teile des Auslandsvermögens der IG Farben hervor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2005

Rezensent Paul Stauffer beginnt mit der Frage, ob es zu diesem Thema überhaupt noch neue Gesichtspunkte zu entdecken gibt und lässt sie bis zuletzt unbeantwortet. Im wichtigsten Teil des Bandes erzähle der Autor "facettenreich" die geschichtlichen Verbindungen der I.G. Farben mit der schweizerischen Holdinggesellschaft I.G. Chemie und deren amerikanischer Tochter "G.A.F." Erst 1963 sei es zu einem Vergleich zwischen dem amerikanischen Staat und der Schweizerischen Bankgesellschaft als (umstrittene) Besitzerin der G.A.F.-Anteile gekommen. Die vom Autor aufgeworfenen Frage, ob das Vermögen der G.A.F. nicht den "überlebenden Opfern der I.G. Farben zustünde", hält Rezensent Stauffer zwar für moralisch "berechtigt", doch hätte die in den USA operierende G.A.F. finanziell nicht von den Zwangsarbeitern der I.G. Farben profitiert. Zudem sei das berüchtigtste Zwangsarbeiter-"Projekt" in Auschwitz-Monowitz eine "Fehlinvestition" gewesen, erläutert Stauffer. Das Kapitel über die "nicht allzu energischen" Bemühungen um Rückgabe von in den USA beschlagnahmten deutschen Vermögenswerten stellt für den Rezensenten den am "gründlichsten recherchierten" Teil des Bandes dar.

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