C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406842887 Gebunden, 268 Seiten, 38,00
EUR
Klappentext
Welche Rolle haben deutsche Großunternehmen in der NS-Zeit gespielt, wie stark waren sie an der Judenverfolgung beteiligt? Peter Hayes, ausgewiesener Holocaust-Experte, stellt 120 Firmen im Zeitraum von 1927 bis 1945 auf den Prüfstand und zeichnet dabei das erschütternde Bild einer korrupten antisemitischen Verfolgungspolitik unter den führenden Figuren des deutschen Wirtschaftslebens. Dass die deutsche Geschäftswelt an den Verbrechen des NS-Regimes beteiligt war, ist längst bekannt, nicht aber das Ausmaß ihrer Komplizenschaft. Dem NS-Staat gelang es, ein "Zuckerbrot und Peitsche"-Wirtschaftssystem zu etablieren, in dem der Erhalt von Staatsgeldern, abhängig von der Gunst der Machthaber, fast allein über den kommerziellen Erfolg eines Unternehmens bestimmten. Dazu gehörten von Anfang an Verrat und Verfolgung der jüdischen Mitarbeiter. Bereits vor dem Ausbruch des Kriegs 1939 war der Konformismus mit der auf den Krieg ausgerichteten Produktionspolitik und die daraus folgende Korruption der deutschen Geschäftsführung so weit gediehen, dass es unvermeidbar erschien, die Verbrechen des Regimes mitzutragen und sogar zu rechtfertigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2026
Ein verdienstvolles Buch hat Peter Hayes laut Rezensent Robert Gerwarth geschrieben. Der US-Historiker fasst den Forschungsstand zur Kollaboration deutscher Großunternehmen mit dem Nazi-Regime bis hin zu ihrer Beteiligung am Holocaust zusammen. Die unter anderem auf eigenen Vorarbeiten Hayes' basierende Studie vertritt dabei den Standpunkt, dass die Unternehmer mehrheitlich nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus Pragmatismus gemeinsame Sache mit Hitler machten. Tatsächlich lehnten viele Unternehmer die Nazis zunächst eher ab, was sich freilich schnell änderte, als sie im Zuge der Arisierung und der Wiederaufrüstung vom System profitieren konnten. Der Holocaust selbst trug nicht allzu sehr zur Bereicherung der Unternehmen bei, allerdings waren Wirtschaft und Politik in Hayes' Darstellung zu diesem Zeitpunkt so eng verquickt, dass diverse Großunternehmen fleißig mitmischten und schwere Schuld auf sich luden. Die dann in der Nachkriegszeit, wie Hayes in einem laut Gerwarth besonders lesenswerten Kapitel darstellt, unter den Teppich gekehrt wurde. Alles in allem, bilanziert der Rezensent, ergibt das ein wichtiges Buch, das keineswegs nach Entschuldigungen für die Unternehmer sucht.
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