Peter Schäfer

Kurze Geschichte des Antisemitismus

Cover: Kurze Geschichte des Antisemitismus
C.H. Beck Verlag, München 2020
ISBN 9783406755781
Gebunden, 335 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Antisemitismus ist wieder sichtbar, teils offen, teils versteckt hinter "unbedachten " Äußerungen und Israelkritik. Doch wo beginnt der Antisemitismus, und wie neu ist, was wir heute erleben? Peter Schäfer beschreibt klar und konzise, wie sich seit der Antike antisemitische Stereotype verbreiteten, zu Verfolgung und Vernichtung führten und auch nach der Shoah virulent sind.  Schon in der vorchristlichen Antike gab es Judenhass, Ghettos und Pogrome, doch erst die neutestamentlichen Schriften schufen mit ihrer Gegnerschaft zum Judentum die Voraussetzungen für Ritualmordlegenden und Verfolgungen im christlichen Mittelalter. Luther rief zur Auslöschung der "Teufelskinder" auf, die Aufklärer fanden das Judentum unvernünftig, Wissenschaftler begründeten den Judenhass rassistisch, und allzu viele waren bereit, sich an der "Endlösung der Judenfrage" zu beteiligen oder schauten lieber weg. Man könnte meinen, dass der Schock des Massenmordes heilsam war, doch Antizionismus und rechte Ideologien dringen seit Jahren mit antisemitischem Gepäck in die Mitte der Gesellschaft vor und bereiten den Boden für neue Gewalt. Peter Schäfers  Buch ist Pflichtlektüre für alle, die besser verstehen wollen, warum der Antisemitismus so alt und zugleich so aktuell ist und was er für Juden in der Nachbarschaft, in Israel und überall auf der Welt bedeutet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2021

Rezensent Christian Meier lernt alle Ausprägungen von Judenfeindlichkeit kennen in Peter Schäfers "Kurzer Geschichte des Antisemitismus". Der Judaist blickt hier auf mehr als zweitausend Jahre Antisemitismus zurück, begonnen bei Sondersteuern für Juden und vorchristlichen Pogromen in der Antike über Rassentheorien in der Aufklärung bis hin zur Schoa und zum Fortwirken des Antisemitismus in der Gegenwart, resümiert der Kritiker. Antisemitische Ausprägungen änderten sich immer wieder, allein die "Ambivalenz" zwischen Hass auf und Angst vor den Juden blieb als konstantes "Kernelement", erfährt Meier. Den letzten Teil des Buches, in dem Schäfer Stellung bezieht zu israelbezogenem Antisemitismus oder zur "quasireligiösen Ritualisierung" deutscher Aufarbeitung, liest der Kritiker auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die Schäfer als Direktor des Jüdischen Museums Berlin machte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2021

Für den Rezensenten Gustav Seibt hat Peter Schäfers Buch das Zeug zum Klassiker. Seine besondere Stärke liegt für ihn in der packenden Darstellung eines nie auftrumpfenden umfangreichen Wissens für ein breites Publikum. Die lange Geschichte der Judenfeindschaft breitet der Autor laut Seibt als "welthistorisches Drama" vor dem Leser aus, erklärt ihren feste Verankerung in der christlichen Lehre und zeigt die ganze Monstrosität des "biologistischen Rassismus". Ganz nah führt der Autor den Rezensenten mittels Zitaten und kluger, nüchterner Einordnung an das Grauen heran.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.10.2020

Rezensent Carsten Hueck lernt vom Judaisten Peter Schäfer, dass sich der Antisemitismus aus Traditionen der Vergangenheit speist. So knapp Schäfer seine Darstellung hält, so kenntnisreich und pointiert gebündelt liefert der Autor Informationen aus seinem reichen Wissensfundus, ohne sich in den Verästelungen der Wissenschaft zu verlieren, meint Hueck. Dem breiten Publikum vermittelt der Autor so laut Rezensent das Aufkommen des Antisemitismus in der Antike und seine Erscheinungsformen während zweier Jahrtausende, erschließt Kontexte, setzt Akzente und beleuchtet historische Hintergründe, sachlich, aber entschieden.

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