In den 1920er Jahren stand der Warenhauskonzern Hermann Tietz wie kaum ein anderer für eine moderne Kaufhauskultur. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde das Unternehmen den jüdischen Inhabern genommen. Aus der Hermann Tietz OHG wurde die Hertie GmbH unter der Leitung des ehemaligen Angestellten Georg Karg, der den Konzern später übernahm. Die Autoren rekonstruieren die Umstände dieser frühen "Arisierung". Die Studie beleuchtet auch das Schicksal der Familie Tietz nach dem Verlust ihres Unternehmens und den Werdegang des Hertie-Konzerns bis zu den Auseinandersetzungen um Restitution und Entschädigung in den unmittelbaren Nachkriegsjahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2024
Die Unternehmenshistoriker Johannes Bähr und Ingo Köhler beschäftigen sich in ihrem Buch mit der Geschichte des Warenhauskonzerns Hertie, der, wie Rezensent Peter Hoeres darlegt, in den 1920er Jahren unter dem Namen Hermann Tietz firmierte. Die Weltwirtschaftskrise hatte, zeichnet Hoeres die Geschichte mit Bähr und Köhler nach, dem Geschäft zugesetzt, die Nationalsozialisten sanierten den Konzern nach der Machtübernahme mithilfe der Gründung einer Aktiengesellschaft, viele jüdische Angestellte wurden entlassen. Im Zuge dieser womöglich unter Druck zustande gekommenen Umformung wurde der Name des Gründers Hermann Tietz zu Hertie verkürzt, so Hoeres, im Zuge weiterer Umstrukturierungen wurden die jüdischen Besitzer entschuldet und teilweise ausbezahlt, dabei allerdings, so rekonstruiert der Rezensent die Argumentation, nicht komplett enteignet. Die Familie Tietz ging, fährt die Rezension fort, ins Exil, ein Schwiegersohn überlebte die Lager, und nach dem Krieg arrangierte sich der neue Konzernleiter Georg Karg mit den alten Eigentümern. Die moralische Verantwortung für die Ereignisse im Dritten Reich hat der Konzern allerdings bis weit ins neue Jahrtausend nicht übernommen, so die Kritik der Studie laut Hoeres.
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