Die Arbeit entwickelt die Grundlagen einer systematischen Theorie der Redefreiheit aus einer Neuinterpretation von Immanuel Kants Schriften zu Recht und Politik. Zentrale rechtsphilosophische und demokratietheoretische Überlegungen Kants werden teils neu gedeutet, wie der öffentliche Gebrauch der Vernunft. Die These ist, daß Kants komplexe Autonomietheorie die normativen Grundlagen der Redefreiheit transparenter macht als konkurrierende Entwürfe und damit eine differenziertere Bewertung problematischer Redeäußerungen ermöglicht. Diese These wird auf Schritt und Tritt einer Prüfung anhand der heutigen Problembestände freier Meinungsäußerung unterzogen. Dazu werden Fälle und neuere Literatur zur Redefreiheit (Meiklejohn, Scanlon, Rawls, Sunstein, Cohen) herangezogen. Die Arbeit wendet sich an Lehrende und Forschende in Philosophie, Verfassungsrecht, Politischer Theorie und Ideengeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2005
Peter Niesen erhält für sein Elaborat auf Basis der Kantschen Redefreiheit viel Beifall vom Rezensenten Wolfgang Kersten. Gemeinhin, rekapituliert Kersten, stehen sich "liberale" - Redefreiheit als Schutz des Individuums vor dem Staat - und "republikanische" - Redefreiheit als Voraussetzung zur gesellschaftlichen Teilnahme der Bürger - Vorstellungen gegenüber. Kant und sein "eleganter Interpret" Niesen setzen dem eine Theorie der freien Rede entgegen und unterscheiden, je nach "Äußerungsrolle", drei Ebenen: die "menschenrechtliche Mitteilungsfreiheit" als Aspekt des natürlichen "Freiheitsrechts", das "Recht auf politische Rede", was aber kein Menschen- sondern ein Bürgerrecht ist, und deshalb nicht bei Verletzungen von individueller Freiheit, sondern im Falle von "ungerechten Gesetzen" relevant wird; und schließlich das "Weltbürgerrecht auf freien öffentlichen Vernunftgebrauch", das sich einerseits aus den beiden anderen ergibt, andererseits ein Ideal darstellt, insofern es nur bei Herrschaftsfreiheit verwirklichbar wäre. Mit dem dritten Punkt formuliert Niesen für den Rezensenten das, was wir in der heutigen Mediengesellschaft im Auge behalten müssen.
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