Aus dem Englischen von Jan-Erik Strasser. Wir alle haben schon gespendet. Doch geht es uns dabei wirklich um die Hilfe für andere? Oder wollen wir eher unser Gewissen beruhigen, ein wohliges Gefühl verspüren oder spendabel wirken? Millionäre lassen Kunstmuseen errichten, statt Verhungernden zu helfen, und Normalbürger geben Beträge, die nicht einmal die Bearbeitungsgebühren decken. Wer dagegen so viel Gutes wie möglich tun will, sollte besser auf seinen Verstand hören als auf seinen Bauch. Diese simple Idee ist Ausgangspunkt einer neuen sozialen Bewegung - des effektiven Altruismus. Peter Singer, einer ihrer Gründerväter, zeigt in seinem Buch, wie effektives Spenden möglich und warum es richtig ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2016
Rezensent Michael Pawlik rauft sich die Haare. Dass der australische Moralphilosoph all jenen, die sich nicht grenzenloser Aufopferung verschreiben, um damit Schlimmeres zu verhindern, moralisches Unrecht attestiert, findet der Kritiker eindimensional und "schlicht". Peter Singers Auffassung, man dürfe keineswegs zwischen Menschen der eigenen Solidargemeinschaften und jenen, die weiter weg leben, einer anderen Religion oder Spezies angehören unterscheiden, setzt der Kritiker entgegen, dass der Autor hier jegliche Formen von Leistungs-Gegenleistungs-Beziehungen außer Acht lasse. Und wenn Singer schließlich Auschwitz-Aufsehern bescheinigt, sich nicht falsch verhalten zu haben, da andere sonst die mörderischen Aufgaben übernommen hätten, kommt der Rezensent nicht umhin dem Autor ein "moralisches und intellektuelles Armutszeugnis" auszustellen.
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