Peter Walther

Hans Fallada

Die Biografie
Cover: Hans Fallada
Aufbau Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783351036690
Gebunden, 527 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Populär war er schon immer, mittlerweile erkennt man seinen weltliterarischen Rang: Der Autor Hans Fallada wurde in den letzten Jahren noch einmal völlig neu entdeckt. Es ist Zeit, sich auch seiner Biografie neu zu nähern und das reiche, bislang unerschlossene Material auszuwerten. So schärfen sich selbst für den Kenner die Konturen und schließen sich die Lücken. Hier der von seinen Dämonen bedrängte Künstler, Frauenheld, Opportunist, Ex-Sträfling und Morphinist, dort der respektierte Landwirt, liebende Familienvater, sich unter Lebensgefahr vom Alptraum des Dritten Reichs freischreibende Nazi-Gegner - die dramatische Biografie einer zerrissenen Persönlichkeit. Mit zahlreichen neuen Archivfunden - von Peter Walther kenntnisreich erzählt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.09.2017

Hans Fallada und Rudolf Ditzen - eine Person, zwei Leben, resümiert Rezensent Wilhelm von Sternburg Peter Walthers Biografie des Schriftstellers und Landwirts, des cholerischen Alkoholikers, Rauchers, Morphinisten auf der einen und gewissenhaften, ordentlichen, fairen Arbeiters auf der anderen Seite der selben Medaille. Einen "Schilderer" nannte Fallada sich selbst, erklärt von Sternburg, und wer zwei Leben lebt, hat mehr zu schildern. So wird auch verständlich, warum Ditzen alias Fallada als Autor bei all seinen Problemen und Nöten eines nie hatte: Schreibblockaden. In seinen Testen, so von Sternburg, verarbeitet der Autor die eigenen Erfahrungen und von diesen Erfahrungen, als Häftling vor und während des Nationalsozialismus, als Alkoholiker, als Insasse psychiatrischer Kliniken, als Vater, Ehemann, Liebender und Hassender erzählt sein Biograf Peter Walther - und das auf eine so intelligente, feinfühlige und profunde Art und Weise, dass man nicht anders kann, als mitgerissen zu werden, so der mitfühlende Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2017

Rezensent Friedmar Apel hält die Fallada-Biografie von Peter Walther für hervorragend. Nicht nur die Morphiumsucht und die Selbstmordgedanken Falladas kann ihm der Autor erläutern, er folgt dem Schriftsteller auch ins Ostelbische zu einer landwirtschaftlichen Ausbildung und ins Berlin der letzten Kriegsjahre. Dass Walther dabei nicht unkritisch, aber mit Respekt und Erbarmen vorgeht und sehr verschiedene Aspekte von Falladas Existenz und Schaffen einfängt, ohne sie mit Zwang zur Deckung bringen zu wollen, findet Apel respektabel.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.01.2017

Jens Bisky liest begeistert Peter Walthers Fallada-Biografie. Als Dämon und sorgender Familienvater erscheint Fallada ihm hier, als getriebener Künstler, Morphinist und Autor eines großen antifaschistischen Romans, der zugleich für die antisemitischen Phrasen der Nazis empfänglich war. Was der Autor u.a. aus 8000 Briefen herausdestilliert und für den Leser detailversessen und mit auktorialer Dezenz ohne Kitsch aufbereitet, lehrt Bisky die Auf- und Abschwünge Falladas und nicht zuletzt, wie Anpassung und das Überschreiten des bloßen Mitlaufens vor sich gehen.

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