Peter Wawerzinek

Rom sehen und nicht sterben

Roman
Cover: Rom sehen und nicht sterben
Penguin Verlag, München 2025
ISBN 9783328604051
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein Frühjahr in Rom, Peter Wawerzinek ist Stipendiat in der Villa Massimo. Er durchstreift die Stadt, sammelt Inspiration für seinen neuen Roman, eine Fülle von Eindrücken bietet sich ihm dar, Schönheit, Chaos, eine vibrierende Lebendigkeit: Verheißungen für die kommende Zeit. Doch dann wird der Aufenthalt getrübt, die Pandemie macht den Spaziergängen einen Strich durch die Rechnung, die Technik versagt, und alles entstandene Textmaterial ist verloren. Peter Wawerzinek zieht nach Trastevere um, beschließt, über Pasolini zu schreiben. Etwas scheint aber nach wie vor nicht zu stimmen: kalte, weiße Fingerkuppen in der schönsten Frühlingssonne. Es ist sein Körper, der nicht mehr ins Bild passen will. Ein Besuch beim Berliner Hausarzt bringt schließlich die Diagnose: Es ist Krebs. Doch auch die Konfrontation mit dem Tod lässt ihn nicht aufgeben. Es zieht ihn wieder nach Rom, zur Intensität der ewigen Stadt - und dem Beginn des Wegs zurück ins Leben. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2026

Rezensent Wolfgang Schneider freut sich über die Poesie und die "Fabulierlust" von Peter Wawerzineks Selbstbeobachtung unter verschärften Bedingungen. Der Autor bekommt ein Rom-Stipendium und zugleich Krebs. Wie Wawerzinek damit umgeht, vor allem, was ihm an Wortzauber, der hier laut Schneider als Abwehrzauber dient, einfällt, findet der Rezensent lesenswert, auch wenn nicht alle Wortraketen zünden, wie er einräumt. Mancher morpht sogar bedenklich hin zum Kalauer, findet er. Und auch wenn die Figuren im Text, den Autor ausgenommen, ziemlich blass bleiben, hat Wawerzinek dafür eine "literarische Echokammer" geschaffen, die es in sich hat, so Schneider versöhnlich.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.09.2025

Rezensentin Liane von Billerbeck liest Peter Wawerzineks für den Deutschen Buchpreis nominiertes "kraftvolles, lebensbejahendes" Dokument seiner Krebserkrankung: Eigentlich ist er für ein Stipendium in der Villa Massimo in Rom, dann kommt Corona. Zurück in Berlin diagnostiziert sein Hausarzt, den er "Min Skipper" nennt, ihn mit Krebs, so Billerbeck, für Wawerzinek zunächst Grund, nach Rom zurückzukehren und alles, was ihm bisher verborgen geblieben ist, mit ungeheurer Lebenslust zu entdecken und im "poetischen, lebhaften" Ton aufzuschreiben. Seinen Kampf gegen die Erkrankung schildert er mit ebenso viel Kraft, wie sie festhält. Für die Kritikerin ein erstaunliches Buch, das sich gut in das bisherige Werk des Autors einfügt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.09.2025

Der schönste Satz, den man über Rom schreiben kann, steht in diesem Buch, verrät Rezensentin Carolin Gasteiger: Peter Wawerzinek verbindet hier Elemente der Reisereportage mit der Erzählung seiner eigenen Krankheitsgeschichte - das alles ist in Briefform verfasst, lesen wir. Zunächst begleiten wir den Autor auf seinen Streifzügen durch Rom, während derer er nicht nur "Roms schöne oder auch unschöne Ecken" schildert, sondern auch über, zum Beispiel, die eigene Vergänglichkeit nachdenkt. Dann wird dem Autor eine Krebsdiagnose gestellt, und er muss die Stadt verlassen. Es folgen die Schilderungen von Krankenhausaufenthalten, von den Ängsten und Verwirrungen, die mit der Krankheit und ihrer Behandlung einhergehen: "Wirbeln Gedankenflocken in meinem Schädel wie Schneegestöber." Gasteiger gefällt Wawerzineks "verspielter, bildstarker, wort(witz) gewandter" Stil und der schnelle Sprachrhythmus. Die plattdeutschen Einsprengsel und Wortspiele wirken anfangs "liebevoll", werden der Kritikerin aber irgendwann etwas zu viel. Eine mitreißende und bewegende "Brieftherapie" liegt ihr mit diesem Buch vor, das den Leser durch emotionale Höhen und Tiefen führt - so wie den Verfasser während der Zeit der Niederschrift wohl auch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.09.2025

Rezensentin Judith von Sternburg freut sich mit Peter Wawerzinek über dessen Überwindung einer Krebserkrankung, um die es in diesem neuen Buch des Autors geht. Wawerzinek fasst die Krankheit auf gewohnte Weise mit Atemlosigkeit, Humor und Poesie, existenzieller denn je, wie Sternburg findet. Dass der Text autobiografisch ist, daran hat die Rezensentin keinen Zweifel. So mitreißend das ist, so lebhaft trotz des Themas, meint sie. Für Sternburg ein respektabler Akt des Gegenzaubers, die Konzentration auf den Kampf gegen den Krebs, aufgehängt an einem etwas kuriosen Aufenhalt in der Villa Massimo zur Corona-Zeit.

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…