Aus dem Französischen von Caroline Gutberlet. Die Angst vor Deutschland sei "das größte Problem Frankreichs am Übergang zum 21. Jahrhundert", so Delmas. Er diagnostiziert bei den wiedervereinigten Deutschen eine kollektive Identitätskrise, die nur durch die enge Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern, vor allem den Franzosen, kontrollierbar sei. Der Buchtitel ist nur die aktuelle Pointe eines Rückblicks auf das spannungsvolle Verhältnis der beiden Nachbarn, die über die Jahrhunderte immer wieder Krieg gegeneinander führten. Als Kern all dieser Konflikte sieht Delmas das notorisch schwankende nationale Selbstbewusstsein der Deutschen, ein Unruheherd erster Güte. Der europäische Einigungsprozess biete erstmals in der Geschichte die Chance, die Deutschen mit sich selbst und ihrer Rolle in Europa zu versöhnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2000
Etwas süffisant ist die Besprechung von Rudolph Chimelli geraten; wer bestimmte Sätze Delmas` (und den Titel des Buches liest), so der Rezensent, muss wissen "dass sich in der Pariser Publizistik um das öffentliche Ansehen bringt, wer nüchtern schreibt". So besteht das Buch für Chimelli denn auch aus einem "soliden Gerüst" historischer Fakten zum Verhältnis Frankreich-Deutschland (23 Kriege in 400 Jahren), über dem ein "historisch-literarisches Gewebe" liegt, das vor allem die historische Angst der Franzosen vor den Deutschen beschwört. Diese Beschwörung der Geschichte als Erbfeindschaft ist für den Autor jedoch nur dazu da, so Chimelli, den Nachbarn am Ende ein politisches und wirtschaftliches Zusammengehen zu empfehlen. Besonders nötig ist das laut Delmas, um einen "Folkloremix unter amerikanischem Patronat" zu verhindern. An den Schluss seiner Besprechung stellt Chimelli recht unverbunden einige Stationen aus der Biografie des Autors: Eliteschule ENA, Regierungsberater in Verteidigungsfragen, Arbeit bei Airbus und Beteiligung an der Gründung der Organisation "SOS Prostituierte". Was er damit wohl sagen will?
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