Mit 153 farbigen und 199 s/w-Abbildungen. Die Fotografin Pia Zanetti behauptete sich in einer Domäne, die lange Zeit von Männern dominiert wurde. Sie bereiste zunächst Europa, später die ganze Welt. Dabei galt ihr Interesse immer den Menschen, die sie auf der Straße, bei der Arbeit oder in der Freizeit aufnahm. Einfühlsam, kritisch und präzis hielt sie kleine und große Dramen fest - in einem Alltag, der immer auch von der Politik mitgeprägt war. "Pia Zanetti. Fotografin" gibt mit einem umfangreichen Bildteil Einblick in das langjährige und vielfältige Schaffen der Fotojournalistin. Aus ihrem Archiv wurden jene Aufnahmen ans Licht geholt, die mehr als Dokumente sind - einprägsame Bilder, in denen Pia Zanetti Ereignissen und Begegnungen mit Menschen ein Stück Poesie abgerungen hat. Nadine Olonetzky zeichnet Pia Zanettis Werdegang und ihr Schaffen nach, Peter Pfrunder beschäftigt sich mit ihrem charakteristischen Blick und der Wirkung ihrer Bilder. Eine Würdigung von Leben und Werk einer Fotografin, die mit der Kamera die Solidarität und den Widerstand gegen Unrecht festhielt, aber auch jene glücklichen Momente einfing, in denen Träume wahr werden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.02.2021
Rezensentin Eva Hepper annonciert ein, wie sie findet, ganz wunderbares Künstlerbuch mit dieser Hommage an die Schweizer Fotojournalistin Pia Zanetti. Die Kritikerin schwelgt hier in 350 Schwarzweiß-Fotografien, reist mit Zanetti quer durch Europa, Asien und Amerika, betrachtet Fotos von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt am Rande einer Tagung der Gruppe 47 ebenso wie Aufnahmen, die Zanetti kurz vor dem Militärputsch in Athen im Jahre 1967 schoss. Die "einfühlsame Chronistin" erkennt die Rezensentin nicht zuletzt in den zahlreichen Porträts, etwa von Bette Davis oder Vivienne Westwood. Der Text von Zanettis Ehemann Gerardo, Begleittexte von Peter Pfrunder und Nadine Olonetzky, so wie eine Auswahl faksimiliert abgebildeter Reportagen der Journalistin runden den Band ab, schließt Hepper.
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