Aus dem Französischen von Achim Russer. Unter Mitwirkung von Helene Albagnac. Pierre Bourdieu stellt seine Überlegungen über Philosophie, Wissenschaft und Kunst unter das Vorzeichen Pascals. Dies deshalb, weil Blaise Pascal für Pierre Bourdieu derjenige ist, der die verdeckten Grundlagen jeder intellektuellen Arbeit, sei sie philosophisch, literarisch oder streng wissenschaftlich, freilegt: die Muße, die Abwesenheit des Zwangs, die eigene Existenz sichern zu müssen, sowie die Distanz zum Beobachteten und Beschriebenen. Aus dieser Situation, so der Pascalianer Bourdieu, ergeben sich die prinzipiellen, systematischen, epistemologischen, ethischen und ästhetischen Irrtümer, die er einer methodologischen Kritik unterzieht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Martin Bauer bewertet Pierre Bourdieus jetzt übersetzten "Pascalianischen Meditationen" als eine provokative Programmschrift. Bauer hält Bourdieus "Theorie der Erkenntnis der sozialen Welt" zwar nicht unbedingt für bahnbrechend. Gleichwohl aber findet er Gefallen an Bourdieus wortreichem Spott gegen philosophische Ansätze, die nicht in der Lage seien, Voraussetzungen ihrer eigenen Praxis zu reflektieren. Mit Pascals Credo für eine Philosophie des Herzens im Gepäck lasse sich Bourdieu auf eine unterhaltsame Auseinandersetzung mit der Metaphysik, dem Rationalismus und der Marxschen Philosophie ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Nach Meinung des Rezensenten Rolf Konersmann führt Pierre Bourdieu in seinem neuen Buch ein Schauspiel mit drei unterschiedlichen Masken vor: mal spiele er die Rolle des "unerschrockenen Entlarvers", dann die des "Idealisten" und schließlich die des "Archäologen der Vernunft". Nur in der dritten Rolle findet Konersmann den Autor wirklich überzeugend. Dagegen spreche der "unerschrockene Entlarver" eine Sprache der "Skandalrhetorik", die sich an den unreflektierten Voraussetzungen philosophischen Wissens abarbeitet, dabei aber "geduldiges Nachfragen" vereitle. Der "Idealist" hingegen beziehe sich auf den Gestus eines (naiven) Aufklärers, der nun nach der Entlarvung der Illusionen nur darauf warte, dass die Verblendung in sich zusammenfalle. Bedeutsam allein ist nach Konersmann die Rolle des "Archäologen der Vernunft". Hier zeige Bourdieu seine ganze analytische Schärfe, indem er aufweise, wie ein akademischer Kanon entstehe und dabei insbesondere auf Baudelaire eingehe, der sich aus seinem Milieu befreite, um zur 'schöpferischen Tätigkeit' zu gelangen, wie der Rezensent den Autor zitiert. Dass der Autor dem Titel der Pascalianischen Meditationen auf eine wahrscheinlich nicht beabsichtigte Weise gerecht wird, indem er mit einer "handvoll schlichter Wahrheiten weiterträumt", ist das nicht unbedingt schmeichelhafte Resümee von Konersmann.
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