Pierre Hadot lädt uns ein, wiederzuentdecken, was die Philosophie einst war: eine geistige Übung, aufs engste mit dem Leben verschränkt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.1999
Philosophie als "vorbereitende Übung für die Weisheit", als "Praxis". Dieser "im besten Sinne des Wortes" konservative Ansatz gefällt Fritz Göttler an dem Buch des französischen Philosophen. Er freut sich auch darüber, dass die Schulen der antiken Philosophie in aller Ausführlichkeit vorgestellt werden. Auch dass Hadot den "Kathederphilosophen" als Feind aller wirklichen Freunde der Weisheit benennt, stößt auf Göttlers Billigung. Hadots Art die Philosophie vorzustellen habe "etwas Ekstatisches". Nebenbei merkt Göttler an, wie groß Hadots Einfluss auf den späten Michel Foucault war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
Mit großer Sympathie zeichnet Kurt Flasch nach, wie Hadot in seinem Buch die griechische Philosophie als eine Praxis darstelle und mit welcher Polemik er sich gegen die universitäre Philosophie der Neuzeit wende, die die antike Philosophie nach ihrem eigenen Bilde vor allem als Denksysteme darstellen wolle. Bei den philosophischen „Schulen“ der Antike handele es sich nach Hadot in Wahrheit um Lebensgemeinschaften. Darum gehe Hadot sogar so weit der heutigen beamteten Philosophie diesen Titel streitig zu machen. Obwohl Hadots Richtigstellung nicht ganz neu sei, und er die theoretischen Konflikte unter antiken Philosophen zu weit zurückstelle, findet der Rezensent Hadots Anliegen höchst verdienstvoll. Er bewundert Hadots „leichte Hand“ in der Skizzierung der Geschichte. Die Übersetzung sei „klar und korrekt“.
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