Längst macht das Schreiben im Internet einen Großteil unserer Alltagskommunikation aus. Wir pflegen damit unsere Kontakte, organisieren unsere Termine, wir informieren Freunde darüber, wo wir gerade sind und was wir genau tun, oder wir vertreiben uns schlicht die Zeit, wenn wir auf den Bus warten oder im Zug sitzen. All das ist nur möglich, weil die meisten von uns mit einem kleinen Gerät ausgestattet und so praktisch immer und überall 'online' sind.
Kann die Kommunikation außerhalb des Internets davon völlig unbeeinflusst bleiben? Die Antwort lautet sicherlich: nein. Wie genau das Schreiben im Internet unsere Alltagskommunikation verändert hat und weiter verändert, möchte dieser Essay klären.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2016
Mit Christa Dürscheids und Katharina Fricks "Schreiben digital" hat Rezensent Wolfgang Krischke eine leichthändig geschriebene, eingängige Studie über den Einfluss digitaler Formate auf unser Schreiben und Sprechen gelesen. Dass sich die Mischkultur aus Schriftlichkeit und Mündlichkeit, aus Slang, Dialekt, "Stummelsprech" und Bildsymbolik längst etabliert hat, dennoch keinen direkten Einfluss auf die orthografischen und grammatikalischen Mängel von Schülern hat, erfährt der Kritiker hier. Außerdem liest er, dass Emojis individuell und kulturabhängig unterschiedlich interpretiert werden und somit die Schriftsprache nie als universal verständliche Bilderschrift ablösen dürften. Dass die beiden Linguistinnen weitgehend auf Fachbegriffe verzichten, freut Krischke. Allerdings vermisst er nicht nur eine sprachhistorische Einbettung, sondern bemängelt auch, dass die Autorinnen normgerechtes Schreiben als sozialen Zwang, nicht aber als Gerüst einer entwickelten Sprachkultur verstehen.
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