Die Schwestern Ezra und Cinthy Kindred wachsen wohlbehütet in Salt Point an der Ostküste der USA auf. Sie verbringen die Tage mit ihrer gemeinsamen besten Freundin Ruby, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass jemals etwas zwischen ihnen stehen könnte. Doch als im Sommer 1957 die Rufe nach Freiheit und Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung nach Salt Point dringen, verschiebt sich etwas in der Gemeinschaft. Denn plötzlich werden die Kindreds, eine der einzigen beiden schwarzen Familien im Ort, von den anderen Bewohnern als Bedrohung angesehen. Ezra und Cinthy müssen all ihre Hoffnung und ihren Mut zusammennehmen, um sich dem Hass, der das ganze Land überflutet, entgegenzustellen.
Rachel Eliza Griffiths' erster Roman ist laut Rezensent Florian Eichel ein starkes Buch über Rassismus in den USA mit einigen Schwächen. Erzählt wird die Geschichte zweier schwarzer Mädchen im Amerika der 1950er Jahre, als gerade die Bürgerrechtsbewegung an Fahrt gewinnt - allerdings spielt der Roman nicht im Süden, sondern im Norden. Auch hier gibt es, müssen die Hauptfiguren Ezra und Cynthia erfahren, auch wenn er sich anders zeigt, perfider und heimlicher. Der Rezensent beschreibt, wie im Roman Schwarze erst Opfer von kleinen Alltagsaggressionen werden, wobei schnell klar wird, dass es nicht dabei bleiben, dass vielmehr das Buch blutig enden wird. Zweifellos ist das eine Geschichte, die es wert ist, sie zu erzählen, meint Eichel, der es allerdings schade findet, dass Griffiths allzu sehr auf ein klares Gut-Böse-Schema setzt. Wenn die Weißen außer ihrem Rassismus keine Eigenschaften haben, kommt man ihren Beweggründen nun einmal nicht nahe, meint der Rezensent. Eichel hätte gern mehr zum Beispiel über die Innenwelt der weißen Freundin der Hauptfiguren gelesen, aber bekommt stattdessen schales Melodrama serviert. Schade, aber am Ende bleibt für den Rezensenten doch ein positiver Gesamteindruck.
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