Anna und Tamara wachsen bei Pflegeeltern auf. Das funktioniert gut, bis Tamara mehr über ihre Herkunft und ihre leiblichen Eltern erfahren möchte. Die Pflegeeltern antworten ausweichen. Und die Mappen, in denen die Unterlagen der beiden Mädchen aufbewahrt werden, bleiben versperrt in einer Schublade. Auch Anna wird hellhörig - wer ist diese andere Frau, diese Mutter, die sie als Kind weggegeben hat? Und wer war diese andere Anna, an die sie sich kaum mehr erinnern kann? Langsam beginnt sie, die Puzzleteilchen zusammenzusetzen, bis sich ein immer klareres Bild ergibt: Einer sehr jungen alleinerziehenden Mutter wurde ihr Kind vom Jugendamt abgenommen und obwohl sie lange darum kämpfte, bekam sie es nicht mehr zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014
Was es heißt, bei Pflegeeltern aufzuwachsen, erfährt Rezensentin Eva-Maria Magel in diesem Buch anhand von Annas Geschichte. Dass Liebe und existenzielle Fragen einander widersprechen können und andere Dilemmata eines Pflegekindes beschreibt das Buch auf eine Weise, die der Rezensentin mehr als einmal an die Nieren geht, sodass sie es am liebsten aus der Hand legen möchte. Allerdings findet sie die Sprache, die Rachel van Kooij findet, sachlich und mitfühlend genug, um diese "schreckliche" Geschichte auszuhalten. Beim Leser, so vermutet Magel, wird der Text jede Menge Fragen aufwerfen. Gut so, findet sie, schließlich sei die Kehrseite allzu beflissener Sozialarbeit kaum bekannt.
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